Mittwoch, April 30, 2008

the copyright one after the last one...

Von Neil, Freitag, 25. April 2008, 11:15 Uhr

Der über Urheberrecht nach dem letzten...

Beim Nachdenken über das Urheberrecht habe ich das hier gefunden: http://nielsenhayden.com/makinglight/archives/009050.html#191539

Es ist die Übersetzung meines Gedichts The Day The Saucers Came in LOLcat von Abi Sutherland. Es gefällt mir besser als das original aber ich bin nicht sicher, ob es funktionieren würde, wenn es nicht auf der Kenntnis des originals basieren würde (wenn ihr versteht, was ich meine). (Das hier bin ich in Yale, wie ich das Original vorlese: http://www.you tube.com/watch?v=JUkEPaN_BFY).

Und zwei aus dem Postsack:

Ich bin Anwalt. Ich bin Co-Autor eines Artikels über Gerechte Nutzung, der letztes Jahr im Journal of the Copyright Society of the United States veröffentlicht wurde. Ein großer Teil davon war eine wortreichere Version (zerteilt von vielen gesetzlichen Zitaten) von dem, was du heute in deinem Tagebuch geschrieben hast. In der Praxis ist der eine wichtigste Faktor, ob eine Nutzung fair war, eben nicht, ob Geld gemacht wurde sondern wie sehr das Werk umgeformt wurde. Du hast ein gutes Verständnis von Urheberrecht.

Darüber hinaus hast du ein gutes Verständnis der Schwierigkeiten, Arbeiten, die auf anderen basieren, urheberrechtlich zu behandeln. Die gesetzliche Lösung bezüglich deines Beispiel mit der Bibel-Konkordanz ist, dass die Person, die das Urheberrecht hat, ein "schwaches" Urheberrecht hat. (Je mehr eigene Kreativität in einem Werk steckt, desto stärker ist das Urheberrecht. Falls die Konkordanz völlig unkreativ ist - falls es nur eine Liste von Wörtern ist, die auch in Computer erstellen könnte - gibt es überhaupt kein Urheberrecht. Falls der Autor die Konkordanz aber irgendwie geordnet hat, und damit eigene Kreativität gezeigt hat, gibt es ein "schwaches" Urheberrecht.)

Leider ist in der Praxis ein "schwaches" Urheberrecht ziemlich stark, wenn es einer mächtigen Firma gehört. Zum Beispiel sind die Holzschnittillustrationen in der Originalausgabe von Alice im Wunderland Gemeingut und haben keinen Urheberrechtsschutz. Disneys Darstellung von Alice - ganz klar eine gezeichnete Version der Gemeingut-Holzschnitt-Alice - ist hingegen urheberrechtlich geschützt. Eigentlich sollte diese abgeleitete Version ein "schwaches" Urheberrecht haben. Als allerdings das Computerspiel Alice von American McGee herauskam, war deren Alice eine Brünett, die überhaupt nicht wie die Alice aussah, die die meisten Leute kennen. American McGee hätte in der Lage sein sollen, die Gemeingut-Alice zu kopieren wie es Disney getan hatte, aber ich nehme an, sie wollten sich nicht mit Disney anlegen. (Auch wenn andere Gründe sicher auch eine Rolle spielten - wahrscheinlich wollten sie auch verhindern, dass kleine Kinder das Spiel aus versehen kaufen - aber Disneys Urheberrecht muss eine Rolle gespielt haben.)

Ich finde es großartig, dass du als Autor keine tollwütigen Ansichten zum Urheberrecht zu haben scheinst. Ich denke viele Leser, die defensiv wegen ihren Lieblingsautoren agieren, verstehen die Vorzüge von nicht absolutem und auslaufendem Urheberrecht nicht. Das kreative Gemeinwesen hat einiges von Gemeinfreiheit und Gerechter Nutzung. (Die Nachkommen von Autoren sind oft alles andere als offen für Neuinterpretationen oder kreativen Kritiken eines Werks - der hochstrittige Nachlass von Margaret Mitchell fällt mir da ein.) Falls unsere modernen Ansichten zum Urheberrecht schon immer existiert hätten, hättest du nicht frei Shakespeare (der nie irgendeinen Urheberrechtsschutz hatte) in Sandman zitieren können und die Geschichte hätte so einiges ihrer Fülle verloren. Oder es wäre irrsinnig, wenn du die Erben von Rudyard Kipling bitten müsstest, The Graveyard Book zuzulassen. Urheberrechte sollten nicht so stark sein, dass sie andere Ideen oder kritische Auseinandersetzungen behindern.

Ich freue mich schon sehr auf The Graveyard Book.

- Anne

und außerdem

Dein letzte Eintrag bezüglich Gerichtsfällen inspirierte mich, ein paar Informationen auf meinem persnlichem Blog zu sammeln, die sich mit dem gemeinsamen Urheberrecht deines Falles und dem Umformungshema von J.K. Rowlings Fall beschäftigen. Falls du Interesse hast: http://wise-old-sage.blog-city.com/gaiman_joint_authorship_and_transformative_works.htm

Ich habe auf deinen Entrag verlinkt, damit meine Leser informiert sind udn hoffe, das stört dich nicht.

Christopher Schiller

http://www.christopherschiller.com

während Scrivener's Error mich hierhin führte:

http://scrivenerserror.blogspot.com/2007/11/accio-lawsuit.html
und die Theorie ist, dass das hier vor allem ein Fall von Markenzeichen und nicht Urheberrecht ist.

Neil,

wenn ich an deine letzte Begegnung mit einem großen Metallrohr denke, frage ich mich, wie es mit Krankenversicherung aussieht. Wie sieht bei dir als mehr oder weniger selbstständiger Autor (richtig?) mit der Krankenversicherung für dich und deine Familie aus? Wäre es nicht einfacher, nach Kanada oder zurück nach England zu ziehen, wo man vernünftigerweise eine allgemeine Krankenversicherung hat?

Danke,

Jon


Wie? Ich schreibe Drehbücher.

Ehrlich, auch wenn es dumm klingt. Solange ich einen gewissen Anteil meines Einkommens aus Hollywood beziehe, bin ich bei der Schreiber-Gilde krankenversichert, was eine gute Krankenversicherung war, als ich Mitglied wurde, und jetzt nicht mehr so toll ist, aber immer noch entscheidend besser als gar keine für mich oder meine Familie.

(Gelegentlich fragen Freunde, warum ich Drehbücher schreibe -- es kostet viel Zeit und Energie, meistens wird nichts aus dem Film, und wenn er doch gedreht wird, ist das Ergebnis meistens etwas völlig anderes als man geschrieben hat, und anders als bei einem Roman gibt man die Kontrole dirket am Anfang ab, kann belogen, gefeuert oder betrogen werden, und auch wenn ich viel geld mit Drehbüchern verdiene, verdiene ich mehr mit Büchern, die mir dann gehören und immer in meiner Kontrolle sind und die mit auch international Geld einbringen udn so weiter. Ich sage dann "Krankenversicherung" und wenn sie Ameriknaer sind, verstehen sie es, während Leute aus Ländern, wo Krankenversicherung als Menschenrecht wie z.B. Bildung angesehen wird, mich für irre halten.)

Warum ich nicht umziehe? Ich mag mein Haus und meine jüngste Tochter mag ihre Schule und Freunde (meine ältere Tochter lebt bereits wieder in England) und es ist mir recht, ab und zu ein Drehbuch zu schreiben und dafür krankenversichert zu sein. (Außerdem mag ich das Schreiben von Drehbüchern. Es ist das ganze Drumherum, was mich stört.)

(Übrigens bin ich glücklich, sagen zu können, dass es ein schweres PVC Rohr, nicht Metall-Rohr war. Ansonsten wäre mein Gesicht noch viel zerschundener als es ist. Das blaue Auge ist fast weg, die Nase ist fast verheilt, und der Schnitt in der Lippe würde besser heilen, wenn ich das Sprechen lassen würde...)

...

Mark Buckingham und Shelly Bond und ich haben im vergangenen Monat geplant und gerätselt. Wir planten ein Poster zum 20. Jahrestag von Sandman , für das soviele der Zeichner und anderen Künstler, die an Sandman beteiligt waren, wie mögliche einen Charakter oder zwei zeichen solten. Wir haben über verschieden Möglichkeiten nachgedacht, das zu machen, und uns für eine Party entschieden, und dann hat Mark die Party geplant...

Dei meisten der vielleicht 40 Künstler, die an Sandman mitgearbeitet haben und noch leben und zeichnen haben zugesagt -- ein paar waren einfach zu beschäftigt (leider kein Matt Wagner oder Michael Zulli) und ein paar suchen wir noch.

Aber das erste Kunstwerk ist angekommen. Es ist von Sam Kieth, und das erste Mal seit zwanzig Jahren, dass er Morpheus professionell gezeichnet hat. (Und das erste Mal, das er Daniel gezeichnet hat.)



Ich denke, es wäre ein großartiges Poster.

Labels: , , , , , , ,

a few final copyright thoughts before we leave the subject entirely

Von Neil, Donnerstag, 24. April 2008, 16:49 Uhr

Ein paar letzte Bemerkungen zum Urheberrecht, bevor wir das Thema endgültig wechseln

Ich sollte The Graveyard Book gegenlesen. Ich habe Gegenlesen mal geliebt, aber das war vor vielen Jahren, vor allem, weil ich jetzt die englische und die amerikanische Fassung korrigieren muss, und deshalb alles, was ich bei dem einen finde, bei dem anderen nachlesen muss, und ich muss beide Ausgaben nebeneinander lesen, um zu sehen, was die Redakteure auf den verschiedenen Seiten des Atlantik daraus gemacht haben. (Schüttelt kläglich den Kopf ...)

Die Veranstaltung im Mai an MIT ist noch nicht ausverkauft, die Tickets wurden nur zuerst den MIT Studenten und Angestellten angeboten. Meinen Freunden bei Pandemonium und The Million Year Picnic zufolge verkaufen beide jetzt Tickets.

Ein schnelles Googlen gab mir http://community.livejournal.com/millionyear/33091.html
mit massig Informationen über die MIT Veranstaltung.
Falls Sie Tickets telefonisch reservieren möchten (617-492-6763), müssen Sie sie innerhalb von 48 Stunden abholen. Keine telefonische Reservierung nach dem 14. Mai. Höchstens 4 Tickets pro Reservierung.


Ich habe gesehen, dass du auf der Liste der Sprecher für das Children's Book Council Australia im Mai stehst. Ich bin neugierig, ob du zwischen deinen zwei Auftritten Zeit zum Signieren hast.

Falls nicht bei dem CBCA, hast du vor, irgendwo anders in Melbourne zu Signieren?

Danke im Voraus

-S


Klick auf WHERE'S NEIL und du wirst auf http://www.neilgaiman.com/where/ landen und erfahren, dass drei Melbourne, zwei Sydney und eine Hobart Veranstaltung nächste Woche geplant sind. Und um einige andere häufige Fragen zu beantworten, ja, ich weiß, dass ich seit zwölf Jahren nicht mehr in Perth war und seit zehn Jahren nicht mehr in Neuseeland signiert habe. Mir ist bewusst, dass es unfair gegenüber den Leuten in Brisbane und Adelaide ist, dass ich dort nicht signiere, und noch schlimmer für die Leute in Canberra, weil ich, mit nur einem Körper aber zwei möglichen Orten, mich für Hobart entschieden habe, wo ich zehn Jahre nicht war, anstatt für Canberra (wo ich im Juli 2005 war).

Nachdem ich deine Kommentare über den JK Rowling Lexicon Fall gelesen habe, hat mich beschäftigt, ob das Ganze nicht an deinen Umgang mit bestimmten Charakteren, die du für MacFarlanes Spawn Serie erschaffen hast, erinnert. Ich kann da vage Ähnlichkeiten erkennen.

Solange das Lexikon nur auf der Webseite existierte und niemand davon profitiert hat, ist das kein Thema. Aber in dem Moment, wo es in Buchform veröffentlicht wird, wird er Geld damit machen. Lass uns die Fakten betrachten, die Leute würden es masenweise kaufen. In dem Fall denke ich, hat er entweder die Erlaubnis dafür oder nicht (und er hat sie ganz klar nicht). Da er sie nicht hat, heißt das doch, er handelt falsch? Braucht er nicht ihre Erlaubnis, Geld mit Charakteren zu machen, die sie erfunden hat? Sollte er sie nicht von Anfang an gefragt haben?

Ich habe nur die Ähnlichkeiten gesehen. Mir ist klar, dass er die Charaktere nicht nimmt, um neue Geschichten damit zu schreiben (wie MacFarlane es getan hat), um dafür abzuräumen.......aber es kommt mir falsch vor. Falls das Buch schlecht gemacht ist, dann fällt das aber auch auf sie und ihre Welt zurück, oder?



Sie sind nur in soweit ähnlich, dass sie sie eigentlich nicht wirklich um das drehen, was die Leute (inklusive der Leute, die an dem Rechtsstreit beteiligt waren)(including the people who were involved in the litigation) gedacht haben, worum sie sich drehen würden. Ich dachte, der McFarlane Fall ginge um Urheberrechte und versuchte Todd dazu zu bringen, sich an seine Versprechen zu halten, und um diese Akten, die behaupteten, dass er meine Ausgaben geschrieben hätte, und sowas. Ich denke, aus Todds Sicht war das alles eine Sache von Ich Mache Meine Regeln Und Bin Trickreich Und Jedermann Muss Machen Was Ich Sage, oder so etwas in der Art.

Aber an Ende, als ich nach der Berufung in allen 17 Punkten gewonnen hatte, ging es eigentlich um Folgendes: beginnt die Uhr zu ticken, wenn das Urheberrecht verletzt wurde oder wenn die Verletzung entdeckt wird? Es gibt eine dreijährige Frist auf Urheberrechtsansprüche. 1996 hat Todd sein Urheberrecht angemeldet udn behauptet, Spawn 9 und die Angela Serie geschrieben zu haben, dann, drei Jahre später hat er mich wissen lassen, dass er sich an keine unserer Absprachen bezüglich der Sachen, die ich erschaffen hatte, halten wird. War meine Zeit schon abgelaufen? Seine Anwälte waren sicher, dass es so war, und sogar einige meiner Anwälte waren unsicher, ob ich nicht auf dünnem Eis stehe.

Und die Entscheidung von Posner am Berufungsgericht war im Wesentlichen: von niemandem wird erwartet, dass er das Büro für Urheberrecht patrolliert, um nach verletzungen zu fahnden, und die Uhr beginnt erst zu ticken, wenn man davon erfährt. (Die ganze Posner Entscheidung ist hier zu lesen: http://www.ca7.uscourts.gov/tmp/CR1FGCDA.pdf und ist wirklich sehr interessant.)

Im Time-Warner-Rowling-Vander Ark Fall geht es eigentlich nicht um "Wird er geld damit verdienen?" oder "Wird das Fansites Steine in den Weg legen?" oder um irgendeine der anderen Fragen, die die Leute online diskutieren. Aus rechtlicher Sicht ist es egal, ob Ms Rowling eine eigene Enzyklopädie plante, oder das Geld daraus charitativen Zwecken dienen wird oder so, auch wenn ich glaube, dass es Ms Rowling sicher nicht egal ist (weil es mir nicht egal wäre, wäre ich an ihrer Stelle).

Soweit ich das einschätzen kann, geht es um ein paar Grauzonen des Urheberrechts. Ich vermute, und ich bin so dermaßen kein Anwalt, dass es am Ende nur zählen wird, ob das, was Mr Vander Ark geschrieben hat, das ürsprüngliche Werk genügend bearbeitet hat, um als neues Werk zu gelten.

Es gibt einen Online-Kommantar zu Sandman. Falls die Leute, die ihn geschrieben haben, oder jemand anderes, sich entscheiden, ihn zu veröffentlichen, könnte ich sie nicht davon abhalten, auch nicht, wenn ich nicht wollte, dass es veröffentlicht wird, auch nicht, wenn Les Klinger mich endlich überredet hääte, DC Comics zu veranlassen, ihn einen offiziellen Kommentierten Sandman schreiben zu lassen. (Irgendwer hat gefragt, wann Les Kommentierter Dracula erscheint -- es wird im Oktober 2008 sein.) Weil es offensichtlich ein umformendes Werk ist, es basiertauf meiner Arbeit, aber hebt sich davon ab.

Falls jemand eine Webseite schaffen würde, die alles im Sandman alphabetisch auflistet, als Lexikon oder Konkordanz... ob ich plane, eine solche zu machen, zählt dann nicht. Ob jemand mit meiner Arbeit und Worten und Ideen Geld verdient, zählt nicht. Ob es ein gutes oder schlechtes Lexikon ist, zählt nicht. Ob es mich häufig zitiert oder nicht, zählt nicht (wie häufig ich zitiert werde, fällt unter Gerechte Nutzung, aber schreibe meine Worte um, und du bist sicher). Was zählt, ist, ob das neue Werk meine eigene Arbeit genügend umformt, in etwas anderes verwandelt, indem es diese Einträge nimmt und sie alphabetisch sortiert. Wieviel eigene Arbeit steckt drin? Die Bibel in der King James Übersetzung ist gemeinfrei. Wenn man dazu eine Konkordanz oder ein Lexikon schreibt, jede Person udn jeden Ort auflistet, etwas, das jede Menge Zeit in Anspruch nimmt, könnte man Urheberrechte darauf anmelden. Falls jemand anderes dieses Lexikon kopert - einfach dein Bibellexikon nimmt und seinen Namen draufschreibt - könntest du ihn verklagen? Solltest du?

Und von Persönlichkeiten und Zeitungskommentaren und Onlinemeinungen abgesehen, das ist es, worauf dieser Fall hinauslaufen wird.

Hi Neil,

Wie du bin ich auch ein Fan von Harlan Ellison. Als Feministin macht mich jedoch seine Frauenfeindlichkeit richtig krank.

Ich frage mich, wie du es unter einen Hut bekommst, dass Ellison dein Freund iund ein großartiger Schriftsteller ist, udn dass er wirklich sexistisch sein kann. Ich bin besonders neugierig, weil du selbst zwei Töchter hast. (Und eine davon ist auf eine Frauenhochschule gegangen! Ich bin auch auf Mount Holyoke gegangen.) Was sagst du, wenn Ellison abwertende Bemerkungen über Frauen macht? Ich hoffe sehr, dass du mehr tust, als nicht drüber nachzudenken und es unter "Harlan ist Harlan" abhakst. Auch wenn er höllisch lustig ist, ist seine Einstellung wirklich schädlich. Außerdem ist es unter seinem Niveau, sich auf sexistische Witze zu verlassen, und ich verstehe echt nicht, warum er es macht.Ich mag es nicht, wenn er behauptet, er würde diese Art Humor nur in reklamierender Weise einsetzen. Er ist ein weißer Mann -- er kann Sexismus nicht für Frauen reklamieren.

Ich würde mich wirklich über eine Antwort freuen.

Alles Gute,

Emily Neal


Weißt du, in meiner Gegenwart hat Harlan über die Jahre einige erstaunlich abwertende Bemerkungen über Studiomitarbeiter, die Walt Disney Company, eine Menge Restaurants, die wir besucht haben, verschiedene osteuropäische Verleger, englisches Essen, die Engländer (mit der Ausnahme von mir und seiner Frau - zumindest manchmal), Redakteure, andere Verleger, einen männlichen SF Kritiker, Fernsehproduzenten, Fantagraphics, Freunde von mir und Filmproduzenten gemacht, die Liste lässt sich endlos fortsetzen. Wenn Harlan in meiner Gegenwart gemein über meine Freunde redet, erinnere ich ihn daran, dass sie meine Freunde sind und er ein Depp ist, und dann schaut er entweder verschämt aus der Wäsche oder erzählt mir, ich sei ein Idiot, weil ich zuviele Leute mag. Es gibt viele Leute, und viele Klassen von Leuten wie zum Beispiel Studio-Buchhalter, über die Harlan sehr unhöflich geredet hat. Ich kann mich nicht erinnern, das "Frauen" auch auf seiner Liste sind. (Ich erinnere mich, dass er mal sehr unhöflich über eine Studioleiterin geredet hat, aber weil sie Studioleiterin war, nicht weil sie weiblich war. ) Was bedeutet, dass dein Brief mich ziemlich verwirrt hat, weil du mich genauso gut hättest fragen können, wie ich seine Harlan Angriffe auf Farbige aushalte, oder auf Linkshänder, oder Jazzmusiker.

Was "Harlan ist Harlan" angeht, erinnert es mich daran, was der Produzent des Dokumentarfilms Dreams With Sharp Teeth Erik Nelson sagte, als ich ihm sagte, der Film sei nicht gut ausbalanciert und er sollte ein paar von Harlans Feinden interviewen. Er sagte: "Das hat Harlan auch gesagt. Ich sagte ihm: 'Harlan, du bist dir selbst der größte Feind.'."

...

Ab nach Australien am Samstag...

Labels: , , , , , , ,

Dienstag, April 29, 2008

Remembering Douglas #1

Von Neil, Mittwoch, 23. April 2008, 11:34 Uhr

Erinnerungen an Douglas #1

Ich schrieb eine von zwei oder drei Douglas Adams Einleitungen. Dies hier war die Einleitung zu M.J.Simpsons Biografie von Douglas, Hitchhiker.

Erinnerungen an Douglas

Ich traf Douglas Adams Ende 1983. Ich war gefragt worden, ihn für Penthouse zu interviewen. Ich erwartete jemand gerissenes und schlaues und BBCisches, jemanden, der wie die Stimme von Per Anhalter durch die Galaxis klang. Ich wurde an der Tür seiner Wohnung in Islington von einem sehr großen Mann mit einem breiten Lächeln und einer großen, etwas schiefen Nase empfangen, sehr unbeholfen und verspielt, als wäre er ungeachtet seiner Größe noch im Wachstum. Er war grade nach einer furchtbaren Zeit in Hollywood nach England zurückgekehrt, und er war glücklich, wieder zurück zu sein. Er war liebenswürdig, er war witzig, und er redete. Er zeigte mir seine Sachen: Er war scharf auf Computer, die damals fast noch gar nicht existierten, und auf Gitarren, und riesige aufblasbare Buntstifte, die er in Amerika entdeckt und entsetzlichen kostenintensiv nach England verschickt hatte, bevor er feststellen musste, dass es sie sehr billig in Islington gab. Er war tollpatschig: er lehnte sich gegen Dinge, stolperte darüber, oder setzte sich plötzlich auf sie drauf und zerbrach sie.

Dass Douglas gestorben war, erfuhr ich an dem Morgen nach seinem Tod, im Mai 2001, aus dem Internet (das es 1983 noch nicht gegeben hatte). Ich wurde telefonisch von einem Journalisten in Hong Kong interviewt und etwas über den Tod von Douglas Adams flatterte über den Bildschirm. Ich grunzte, unbeeindruckt (erst ein paar Tage davor war Lou Reed bei Saturday Night Live aufgetreten, um die Internetgerüchte über seinen Tod zu entkräften). Dann klickte ich auf den Link. Kurz darauf starrte ich auf die BBC Nachrichtenseite und musste erkennen, dass Douglas definitiv tot war.

“Sind Sie in Ordnung?” fragte der Journalist in Hong Kong.

“Douglas Adams ist tot,” sagte ich betäubt.

“Oh ja,” sagte er. “Es geht schon den ganzen Tag durch die Nachrichten. Kannten Sie ihn?”

“Ja,” sagte ich. Wir machten mit dem Interview weiter, udnich weiß nicht mehr, was noch gesagt wurde. Der Journalist meldete sich nach einigen Wochen noch einmal, um mir zu sagen, dass nichts verständliches oder verwertbares mehr auf dem Band sei, nachdem ich erfahren hatte, dass Douglas gestorben war, und fragte mich, ob wir das Interview wiederholen könnten.

Douglas war ein unglaublich liebenswürdiger Mensch, phänomenal wortgewandt und erstaunlich hilfreich. 1986 wühlte ich ziemlich viel in seinem Leben herum, während ich an Don’t Panic! arbeitete. Ich saß in Ecken seines Büros, während ich alte Ordner durchstöberte und einen Entwurf von Per Anhalter nach dem anderen in verschiedenen Entwicklungsstufen herauszog, über längst vergessenen Sketche stolperte, oder über Drehbücher zu Dr Who, Zeitungsausschnitte, und er war immer bereit, meine Fragen zu beantworten und mir Dinge zu erklären. Er stellte mit Dutzende Leute vor, die ich für Interviews finden musste, Leute wie Geoffrey Perkins und John Lloyd. Er mochte das fertige Buch, oder sagte zumindest, das er es mochte, und das half ebenfalls.

(Eine Erinnerung aus dieser Zeit: ich saß in Douglas Büro, trank Tee und wartete darauf, dass er mit dem Telefonieren fertig wurde, damit ich ihn noch ein wenig interviewen konnte. Er hatte Spaß an dem Telefonat über ein Projekt, dass er für das Comic Relief Buch arbeitete. Als er fertig war, entschuldigte er sich und erklärte mir dann, dass er diesen Anruf annehmen musste, weil es John Cleese gewesen war, und zwar erklärte er es in einer solchen Art und Weise, dass klar wurde, dass er hocherfreut diesen Namen in den Raum schmiss: John Cleese hatte ihn gerade angerufen, und sie hatten sich professionell wie Erwachsene unterhalten. Sie kannten sich zu diesem Zeitpunkt schon gut neun Jahre, aber dennoch wollte er mich wissen lassen, dass er einen klasse Tag hatte. Douglas hatte immer Helden.)

Douglas war einzigartig. Was wir natürlich alle sind, aber es stimmt auch, dass es bestimmte Typen Mensch gibt, und es gab nur einen Douglas Adams. Ich habe nie einen anderen menschen getroffen, der Nicht-Schreiben zu einer Kunstform erheben konnte. Niemand sonst war in der Lage so fröhlich grundlegend unglücklich zu sein. Niemand sonst hatte das leichte Lächeln und die schiefe Nase, oder die zarte Aura von Verlegenheit, die ihn wie ein Schutzschild zu umgeben schien.

Nach DouglasTod wurde ich oft wegen ihm interviewt. Ich sagte, dass ich nicht dachte, dass er je wirklich ein Romanautor gewesen war, ungeachtet der Tatsache, dass er ein internationaler Bestseller-Autor gewesen war, der einige Bücher geschrieben hat, die jetzt ein Vierteljahrhundert später als Klassiker gelten. Das Schreiben von Romanen war ein Beruf, an den er sich lehnte, oder über den er stolperte, oder auf den er sich plötzlich setzte und den er zerbrach.

Ich denke, dass Douglas vielleicht etwas war, für das wir noch kein Wort haben. Ein Futurologe oder ein Erklärer oder so etwas. Dass wir eines Tages erkennen werden, dass der wichtigste Job von allen für jemanden der ist, der Welt die Welt zu erklären auf eine Art und Weise, die sie nicht vergisst. Jemand, der die Not einer gefährdeten Art genauso leicht (oder zumindest genauso gut, da nichts, was Douglas tat je richtig leicht war) erklären kann, wie er einer analogen Rasse erklären kann, was es heißt, digital zu werden. Jemand, dessen Träume und Ideen, praktisch oder unpraktisch, immer die Größe von Planeten haben, und der immer Voraus geht und den Rest von mitnimmt.

Dies ist ein Buch gefüllt mit Fakten über jemanden, der mit Träumen handelte.


Neil Gaiman

Bologna, 15. Mai 2003

Labels: ,

advice

Dienstag, 22. April 2008, 11:47 Uhr

Rat

Ich bin ziemlich nervös, was den Unterricht angeht, den ich dieses Jahr an Clarion gebe. Ich habe jahrelang abgelehnt, weil ich nicht sicher war, was ich irgendwem übers Schreiben beibringen könnte. Im Großen und Ganzen denke ich, dass ich immer noch drüber nachdenke. Ich habe schließlich zugesagt, und glaube immer noch, dass ich nicht genug weiß, um jemanden zu unterrichten.

Heute unter der Dusche dachte ich nach, was der beste Ratschlag war, den ich je von einem anderen Schriftsteller bekommen habe. Da war was, was mir jemand bei meinem ersten Milford gesagt hat, darüber, Stil als Deckung zu benutzen aber früher oder später nackt die Straße herunterlaufen zu müssen, das war nützlich...

Und dann erinnerte ich mich. Es war Harlan Ellison vor ungefähr zehn Jahren.

Er sagte: "Hey. Gaiman. Warum die Stoppeln? Jedesmal, wenn ich dich sehe, bist du stoppelig. Warum? Irgendein englisches Modediktat?"

"Nicht wirklich."

"Sondern? Um Gottes Willen, haben sie in England keine Rasierer?"

"Wenn du es unbedingt wissen musst, ich rasier mich nicht gern weil ich einen kräftigen Bartwuchs aber empfindliche Haut habe. Wenn ich mit dem Rasieren fertig bin, habe ich meistens irgendwo aufgeschürfte Haut. Also mache ich es so selten wie möglich."

"Oh." He paused. "Das Problem hab ich auch. Folgendes: Reib Haarspülung in deine Stoppeln. Lass sie ein paar Minuten einwirken, dann wasch sie ab. Dann rasier dich. Das macht Rasieren wirklich leicht. Keine Hautreizung.."

Ich probierte es aus. Es funktionierte wunderbar. Bester Rat, den mir je ein anderer Schriftsteller gegeben hat.

..

Dear Mr. Gaiman,

sind Bill Hader und Doug Jones wirklich groß, oder sind Sie sehr (sehr) viel kleiner, als ich gedacht habe?

Alles Gute,

J.V


Bill Hader ist ein paar Zentimeter größer als ich, aber immer noch normales-menschliches-Wesen-groß (und in dem Foto steht Bill zusätzlich näher an der Kamera als Doug oder ich). Doug Jones hingegen ist unmenschlich groß -- als Abe Sapiens überragte er Hellboy, als Silver Surfer überragte er Ben Grimm, als faun in Pan's Labyrinth überragte er, nun ja, ein kleines Mädchen, aber er ist wirklich absolut irrsinnig groß. Und irrsinnig nett.

Labels: , ,

Freitag, April 25, 2008

Fair Use and other things

Von Neil, Samstag, 19. April 2008, 21:01 Uhr

"Gerechte Nutzung" und andere Sachen


Nach der Lesung bin ich mit Bill Hader und Doug Jones Essen gegangen. Hinter uns ist Saint Mark's Buchladen, was ich nur erwähne, weil es mein Lieblingsbuchladen in New York ist. Die Fotogrfin war eine junge Japanerin, die vorher zu Bill rüber gekommen war, um ihm zu sagen, dass sie ein Fan sei und um ein gemeinsames Photo zu bitten, was sie in meinen Augen mehr als einen beliebigen anderen New Yorker qualifizierte, als wir sie später draußen wiedertrafen, sowohl das Bild von uns zu machen als auch mir das Telefon hinterher zurückzugeben.

IWährend Passah und des Papstbesuchs bin ich nicht länger in New York (was bedeutet, dass meine Chance, tatsächlich mal "Good yontiff, pontiff," (Anm.d.Ü. "Guten Tag, Papst!", wobei yontiff hebräisch ist.) zu sagen, von gering zurück auf nicht vorhanden geschrumpft ist).

Die Veranstaltung gestern Abend hat eine Menge Spenden für den CBLDF eingebracht, was gut ist. Und wir haben den Fall Gordon Lee gewonnen, was noch besser ist.

Und ich denke, dass es höchste Zeit ist, den Link zur CBLDF Mitgliedschaftsseite zu erwähnen, für die von euch, die gerne beitreten würde oder ihre Mitgliedschaft erneuern müssen. Hier. (www.cbldf.com bringt euch zu der Seite, die Mitgliedschaften, signierte Drucke und den Rest verkauft.) (Und vergesst nicht, dass es Migliedschaften bis zum höchsten Stufe des ENGELS für 1000 Dollar im Jahr gibt.)

Und viele neue Produkte, inklusive dieses neuen T-shirt Designs, das mir recht gut gefällt...



...

Viele Emails mit Fragen bezüglich meiner Meinung über den JK Rowling/Steve Vander Ark Copyright Fall. Meine grundlegende Reaktion, beruhend auf dem, was ich gelesen habe, und mit der Grauzone im Recht, ist "Nun, wenns um mich ginge, würde ich mich wahrscheinlich geschmeichelt fühlen.", aber das ist offensichtlich nicht, wie J.K. Rowling sich fühlt. Ich kann mir nicht vorstellen, zu versuchen, die nicht autorisierten Bücher, die über mich oder über meine Arbeit erschienen sind, zu stoppen, und wo es möglich war, habe ich versucht, zu helfen, und sogar wenn ich die Bücher nicht mochte, habe ich mit den Schultern gezuckt und es gut sein lassen.

Wenn man bedenkt, in welch schwammiger Umgebung des Urheberrechts "Gerechte Nutzung" existiert, kann ich verstehen, dass der Richter kein Urteil fällen will, und ich nehme an, dass ungeachtet des Ausgangs der Fall sicher in Berufung gehen wird.

Mein Herz liegt bei den Leuten, die die nicht autorisierten Bücher machen, wahrscheinlich weil meine ersten beiden Bücher nicht autorisiert waren, und eins davon, Ghastly Beyond Belief, wäre unglaublich angreifbar gewesen, falls jemand versucht hätte, Kim Newman und mich wegen unserer Arbeit zu verklagen, wegen eines Buches voller Zitate von Leuten, die sich vielleicht nicht in diesem Buch wiederfinden wollten, und das weit über Gerechte Nutzuung hinausging. (Was, wie mir mein britischer Verleger mitteilte, als Konzept aus britischem Urheberrecht verschwunden ist, auch wenn ein wenig googlen das nicht bestätigen kann.)

Die meisten Kommentare im Netz kann man in die zwei Lager aufteilen, je nach Persönlichkeit und Meinungen. Wie bei den meisten rechtlichen Grauzonen, ist noch nicht das letzte Wort gesprochen, und selbst wenn das Berufungsgericht eine Entscheidung fällt, wird das letzte Wort in der Sache noch nicht gesprochen sein, weil "Gerechte Nutzung" eins dieser Dinge wie Pornografie ist, wir sollen wissen, die wir erkennen solen, wenn wir sie sehen.

Außerdem bin ich von dem neuen Gerücht fasziniert, was seinen ursprung in dieser Sache hat -- Ich habe es heute auf der Kommentarseite des Guardian gelesen, wo jemand seinen Kommentar mit folgenden Worten begann:

Es heißt, Neil Gaimen wurde bezahlt, damit er Rowling nicht für manche Ähnlichkeiten zu seiner Arbeit kritisiert.

Ich dachte "falls das stimmt, hab ich nichts davon gehört". Soweit ich weiß, ist die verrückte Mugglefrau Nancy Stouffer die einzige, die das je behauptet hat, hier:

http://discuss.washingtonpost.com/wp-srv/zforum/01/author_stouffer032801.htm

WDC: Ich habe irgendwo gelesen, dass manche Details in Rowlings Büchern als geklaute Ideen aus den Sandman Comics angesehen werden könnten--ich glaube, dass Eulen Nachrichten für Zauberer überbringen war ein Beispiel. Dazu befragt, war die Antwort von Sandmanautor Neil Gaiman Na Und? Geschichtenerzähler schnappen immer hier und da Dinge auf, wenn sie etwas neues schreiben. Warum stört Sie so sehr, mehr als alle anderen, welche Dinge vielleicht anderen Werken entliehen sind (und ich sage VIELLEICHT)? Weil Sie so viele Beispiele haben? Ich habe sie auf Ihrer Seite gesehen und denke, das meiste ist zufällig oder hat nicht genügend Substanz, um diesen Pahei zu rechtfertigen, genausowenig wie Eulenboten für Gaiman rechtferigen würden, Plagiat zu schreien.

Nancy Stouffer: In Wahrheit hat Gaiman durchaus anfangs Plagiat geschrien. Erst als er einen Filmvertrag hatte, änderten sich seine Kommentare. Anfangs war er furchtbar verärgert.
(Das ist die Nancy Stouffer deren Fall vor Gericht abgelehnt wurde und die 2 Millionen an Anwaltskosten und eine Strafe von 50,000 Dollar für "Einreichung von gefäkschten Dokumenten und Falschaussage" zahlen musste. Sie log häufig.)

Tatsächlich habe ich damals 1998 auf der Dreaming Webseite, lange bevor diese Seite hier existierte, als der ganze Unsinn anfing, gesagt:

Donnerstag, 19. März 1998
Neil über Harry Potter und J.K. Rowling

Von puck um 3:00 AM PST | Kommantare (3)
Es gibt das Gerücht, dass Neil sich aufregt, dass die Harry Potter Bücher den Books of Magic sehr ähnlich seien. Neil hat mich gebeten, das hier zu schreiben, um die Sache aufzuklären:

"Ich war überrascht, im gestrigen [Daily] MIRROR zu erfahren, dass ich angeblich J.K. Rowling beschuldige, aus BOOKS OF MAGIC für ihre HARRY POTTER Bücher geklaut zu haben.

Das stimmt einfach nicht -- und jetzt, wo das veröffentlicht wurde, wird es mich für immer verfolgen.


Im November hat mich ein schottischer Journalist, der Ähnlichkeiten zwischen meinem Charakter Tim Hunter und Harry Potter gesehen hatte, aufgesucht und wollte eine Geschichte. Und ich glaube, ich habe ihn enttäuscht, weil ich ihm erklärte, dass ich ganz sicher NICHT glaube, dass Rowling von mir geklaut hat, das ich bezweifle, dass sie es überhaupt gelesen hat, udn dass es mir egal wäre, wenn sie hätte: Ich war nicht der erste Schriftsteller, der einen jungen Magier mit Potential erfunden hat, und Rowling war nicht die erste, die einen zur Schule geschickt hat. Es kommt nicht auf die Ideen an sondern auf die Sachen, die du daraus machst.

Genre Fiktion ist, wie Terry Pratchett mal gesagt hat, ein bunter Eintopf. Man nimmt sich war heraus, man tut was anderes rein. Der Eintopf kocht weiter.

(Wie ich dem schottischen Journalisten gesagt habe, ist die einzige kleine Unanehmlichkeit, dass in dem geplanten Warner Film über BOOKS OF MAGIC Tim Hunter nicht länger von einem bebrillten 12jährigen englischen Kind gespielt werden kann. Aber wenn man die Zustände in der Filmwelt bedenkt, bin ich schön glücklich, wenn er nicht von einem mittel-alten muskulösen Österreicher gespielt wird.)

Ich bin nciht sicher, wie sich das in "Gaimanbeschuldigt Rowling des Plagiats." verwandeln konnte. Aber ich schätze, es klingt besser als die Wahrheit.


Der Stouffer-Kram wurde von Seiten wie diesen gesponnen -- http://www.geocities.com/versetrue/rowling.htm

Haben Warner Brothers Neil Gaiman, Worst Witch und Melissa Joan Hart ausbezahlt?
Warner besitzt die Rechte an Harry Potter. Später haben sie Rechte an Neil Gaimans Arbeit, Sabrina the Teenage Witch, und Vermaktungsrechte an "Worst Witch" gekauft. Das waren die drei größten Bedrohungen der Marke.

Nachdem Neil Gaiman begonne hatte, Plagiat zu jammern, "haben Warner Brothers Interesse an einem Sandman-Film gezeigt..." heißt es auf Neil Gaimans Webseite. Als es so aussah, als würde ABC "Sabrina the Teenage Witch" fallen lassen, hat Warner sie für einen Rekordpreis aufgekauft. Wie oft wird eine Serie, die bald absetzt wird, von einem anderen Kanal aufgekauft, sogar zu Rekordsummen? Sind Gaiman und die Harts, denen Sbrina gehört, mundtot gemacht worden?
Wenn man bedenkt, dass ich weder die Rechte an Sandman noch an Books of Magic/Tim Hunter besitze - beides waren Auftragsarbeiten und DC Comics, eine Time-Warner Firma, besitzt die Rechte seit den 80ern -- und ich nie "Plagiat gejammert habe" außer in Nancy Stouffers traurigern, verrückter Vorstellung, und dass Optionen für die Verfilmung von sowohl Sandman als auch Books of Magic von Warner Jahre vor der Veröffentlichung des ersten Harry Potter Büches gekauft wurden, ist das nicht nur erstaunlich schlecht geschriebener irrer Verschwörungstheorieunsinn, sondern leicht widerlegbarer unheimlicher Unsinn.

Labels: , , , ,

Donnerstag, April 24, 2008

Very very sleepy post

Von Neil, Freitag, 18. April 2008, 8:39 Uhr

Sehr sehr schläfriger Eintrag

Das sind die besten Neuigkeiten, die ich seit langem bekommen habe -- und sie am Anfang der Lesung heute Abend bekannt geben zu dürfen war sehr aufregend:
http://forum.newsarama.com/showthread.php?t=154204

Und ich würde Gordon Lee gern danken für sein Durchhalten und seine Haltung. Es ist hart für Leute, wenn sie das Gefühl haben, die Behörden sind auf der Jagd nach ihnen. Es muss hart sein, wenn sie tatsächlich auf der Jagd nach dir sind.

Wie ich schon bei meiner Ankündigung gesagt habe, hat der CBLDF mehr als 100,000 Dollar ausgegeben, um sicherzugehen, dass dieser Versuch einer rechtlichen Fehlgeburt nicht durchkommt, und jeder Dollar davon kommt von Fans und Lesern und Profis. Also hatten wir vor zwei Nächten eine Veranstaltung für Verleger, der Art die Bücher verlegen (und jetzt Graphic Novels herausbringen), um die Idee zu verbreiten, dass a) sie wissen sollten, was der CBLDF ist -- sie könnten uns mal brauchen, und b) wir es gerne sähen, wenn sie Mitglied werden würden.

Es gibt ein paar Photos von der Veranstaltung am Ende dieses Blogeintrags...
http://pwbeat.publishersweekly.com/blog/2008/04/18/icv2-conference-and-cbldf-reception

Die CBLDF Lesung heute Abend hat Spaß gemacht, und Bill Hader ist urkomisch. (Seine Darstellung von mir, wie ich Al Pacino zuhöre, wie er seine Interpretation des Sandman Films darbietet, wäre allein den Eintrittspreis wert gewesen, den ich eh nicht zahlen brauchte.)
...

Letzten Sommer wurde ich interviewt (oder eher Winterviewt) in meinem ganzen Haus von Fräulein Winter McCloud -- es ist jetzt zu sehen unter http://www.comicbookresources.com/?page=article&id=16044

...

Letzte Woche kamen Sharon und Bill Stiteler vorbei und wir haben den warmen Sonntag genutzt, um den Bienen Hallo zu sagen und eine Frühlingsinspektion (und Frühlingsreinigung) den Stocks zu machen. (Wir werden ein paar neue Stöcke über die nächsten Wochen aufstellen.) Sharon hat über die Inspektion in ihrem Blog geschrieben auf

http://www.birdchick.com/2008/04/spring-bee-inspection.html

Ich war fasziniert hiervon, wie man nur von etwas fasziniert sein kann, wenn man mal ein Buch über etwas geschrieben hat (eigentlich war ich mit dem Buch fertig, als das meiste davon passierte. Ein kleiner Einblick in was vielleicht das Sequel zum Infocom Per Anhalter durch die Galaxis Computerspiel gewesen wäre... -- http://waxy.org/2008/04/milliways_infocoms_unreleased_sequel_to_hitchhikers_guide_to_the_galax/

...

Labels: , , , ,

Mittwoch, April 23, 2008

Last orders

Von Neil, Donnerstag, 17. April, 11:40 Uhr

Letzte Bestellungen

Mein Gesicht ist jetzt ein erstaunlicher Blumenstrauß an Farben. Gelb und Violett sind am weitesten verbreitet, aber es gibt auch ein paar feine Brauntöne und Grüntöne. Morgen Nachmittag gibt es viele Interviews vor laufender Kamera...

Ich habe mir gerade ein Büro geliehen, während ich auf ein Treffen wegen des Neverwhere Films warte, der wieder zum Leben erweckt wird -- sie wollen, dass ich das Script von 1999 nochmal überarbeite, -- um meine Email zu kontrollieren, also kann ich leider kein weiteres Foto hochladen, aber ich versuche es später.

Das hier kam grade von Charles Brownstein vom CBLDF über die Veranstaltung morgen:

Es gbt noch immer Tickets für die öffentliche Veranstaltung [Die für 20 Dollar, Neil], die auf der Seite von der NYCC vorbestellt werden können, oder am Freitag an der Abendkasse gekauft werden können, wenn welche übrig sind.

Auch für die VIP Show gibt es noch Plätze
[die für 500 Dollar. Immer noch Neil], die eine unglaubliche Geschenktüt beinhalten. Black Phoenix Alchemy Lab haben einen schönen Beutel entworfen, der Orange beinhaltet und ein neues Parfum, entworfen für den Anlass der Lesung, ein Duftanhänger, und Proben von drei Gaiman Parfums. Neverwear steuert T-Shirts bei udn eine Rabattkarte und einiges anderes an Zeug. Und du wirst für jeden unterschreiben udn etwas malen, der eine VIP Karte hat. VIP Tickets gibt es noch, sie müssen aber online reserviert werden.


Details über die online Tickets hier.

Labels: ,

The Eyes Have It

Von Neil, Mittwoch, 16. April 2008, 11:56 Uhr

Die Augen Haben Es




Lasst mal sehen. Maddy hat meinen Eintrag von gestern gelesen und gesagt: "Nein, Ppa, was du gesagt hast, was ich sagen soll, war, dass ich einen Schwertkampf mit Spiderman hatte."

Spiderman? Das verwirrte mich.

Ich meine, D'Artagnan hätte ich verstanden. Aber Spiderman hat kein Schwert. Also machte ich mir Gedanken, was ich einer fünfjährigen erzählt haben könnte, was sie als Spiderman verstanden oder nach acht Jahren als Spiderman in Erinnerung haben könnte, auf der Basis dessen, was ich wahrscheinlich sagen würde, wie zum Beispiel "Sag ihnen, es ist eine Narbe von einem Duell. Und das Duell, in dem du sie bekommen hast, hat stattgefunden in..."

Heidelberg. Oh. genau. Wie cool.

...

Ich denke, gestern war ich etwas vage, also ja, ich habe vorher von der Suche nach den bunten Blasen gewusst, bevor ich Orange geschrieben habe.
(http://journal.neilgaiman.com/2005/11/balancing-acts-and-mithras.html)

...

Auf Kittys Blog gibt es Fotos von Leuten in ihren Neverwear T-Shirts. Was ich hier für die Neugierigen erwähne, die wissen wollen, wie der Webgoblin dieser Seite aussieht. Er ist der in dem ersten T-Shirt. (Die jetzt zur Ruhe gesetzte aber gelegentlich um etwas zu richten auftauchende Webelfe sieht so aus.)

Labels: , , ,

Dienstag, April 22, 2008

Q: Was this the face that launched a thousand ships? A: No.

Von Neil, Dienstag, 15. April 2008, 15:36 Uhr

Frage: War dies das Antlitz, das der Schiffe tausend trieb...?
Antwort: Nein.


Hi Neil,

Komm schon, zeig uns ein Bild. Du weißt, du willst es ;-)

David

Hier ist ein Bild, aufgenommen mit der handykamera für neugierige Freunde. Es ist von gestern, direkt nachdem der Doktor weg war, und ich bin noch immer etwas benommen. (Merkwürdigerweise, wie solche Sachen manchmal sind, fuhr mein Arzt grad vorbei, um mich um Rat für seinen Roman zu fragen, als die Sache eben erst passiert war. So hatte ich innerhalb von Minuten einen Arzt hier.)

Heute sehe ich schon weniger benommen aus, die Nase ist noch größer, und es ist Salbe drauf, um Krustenbildung und Narbenbildung zu verhindern. Meinungen gehen hier auseinander, ob ich in New York andaaugen haben werde oder nicht. Meinungen gehen ebenfalls auseinader darüber, ob ich versuchen soll, für die Interviews am Freitag die blauen Flecken mit Makeup zu überdecken, oder ob ich mir Latex und Kunstblut kaufen soll, um es noch interessanter zu machen (mein Herz sagt letzteres, mein Verstand ersteres).

Ich habe Maddy heute Morgen zur Schule gefahren. Sie hat eine extrem coole Halbmondförmige Narbe neben dem Auge, weil sie als kleines Kind mal in eine Tischecke gerannt ist. Sie sagte

"Wirst du eine Narbe haben?"

"Vielleicht."

"Ich mag meine Narbe. Weisst du, neuerdings fragen mich Leute danach, die ich schon seit dem Kindergarten kenne, als wenn sie sie grade zum ersten Mal sehen würden."

"Wirklich? Was sagst du ihnen."

"Was du mir gesagt hast, was ich sagen soll, wenn Leute fragen."

Ich dachte lange nach. Keine Ahnung. "Und das war?"

"Ich sage ihnen, ich hab die Narbe aus einem Schwertkampf."

"Oh. Gut."

Lieber Neil

Wie ist es, in einer Welt zu leben, wo man mal eben einen berühmten Filmproduzenten (oder war es ein Regisseur?) anrufen kann, um zu plaudern? Ist das nett? Oder manchmal etwas einsam? Oder bin ich nur anmaßend?

Danke für deine Zeit.

Ian


Nicht anmaßend, aber es ist irgendwie irrelevant, zumindest der Berühmtheitsteil. Freunde sind Freunde und Kollegen sind Kollegen. Wenn man mit ihnen arbeitet braucht man ungefähr 20 Sekunden, um über dieses Gefühl von "Oh mein Gott, ich rede mit X!" hinwegzukommen und das zu machen, wofür man da ist (falls das Arbeit ist). Falls sie berühmt sind, fällt dir das mit der Berühmtheit nur auf, wenn jemand anderes sagt "Entschuldigung, war das X?" oder um ein Autogramm bittet oder sowas.

Ich würde keinen berühmten Filmproduzenten oder Regisseur zum Quatschen anrufen. Aber ich würde einen Freund, der produziert oder Regie führt und berühmt ist, zum Quatschen anrufen. Großer Unterschied.

Ich bin glücklich, dass ich kein Promi bin und nicht wirklich berühmt. Unter den Leuten, die mögen, was ich mache, bin ich für das was ich mache, recht bekannt, und bekannter möchte ich nicht sein. Und berühmt zu sein ist bei so ziemlich allen berühmten Leuten, die ich kenne, ein Nebeneffekt ihrer Tätigkeit, was meistens das ist, was zu zu tun lieben, und es ist noch dazu kein besonders wünschenswerter Nebeneffekt.

(Nicht unbedingt ein schlechter Nebeneffekt -- man kann Gutes damit tun. Gillian Anderson hat ihre Berühmtheit genutzt, um den National Doodle Day bekannt zu machen -- eine Epilepsie und Neurofibromatose Spendenaktion, die Geld mit den Kritzeleien von Promis sammelt. http://doodledayusa.org/gallery2/main.php?g2_itemId=134 zeigt Kritzeleien von vielen interessanten Leuten, die in einem Monat auf ebay versteigert werden. Auch wenn die, die mir am besten gefallen, von den weniger berühmten und zeichnerisch begabteren stammen, wie Sergio Aragones, Gahan Wilson, und Kendra Stout (die das "Scary Trousers" T- shirt entworfen hat und grade ein Mousepad für Cat Mihos Neverwear.net designt) und Fred Hembeck. Es gibt auch zwei von mir.)

Einsam, wenn das passiert und wo auch immer auf der Welt das passiert, ist einsam, und das hat nichts mit Berühmtheit zu tun (mit der Ausnahme von gelegentlichen Nebeneffekten wie Weil ich tue, was ich tue, sitze ich in einem Hotelzimmer in einem Land, wo ich keinen kenne, weit weg von meiner Familie und Freunden. Und Autoren geht es da im Vergleich zu Stand-up Comedians oder LKW-Fahrern noch gut). Aber dann bin ich auch die Sorte Mensch, die davon träumt, eine Passagierkabine auf einem Frachter zu mieten, und sechs Monate lang um die Welt zu reisen und ein Buch zu schreiben.

Lieber Neil,

Ich habe gerade entdeckt, dass man bunte Seifenblasen kaufen kann, sie nenne sich Zubbles (http://www.zubbles.com/index.asp). Wenn ich an die Geschichte denke, die du letztes Jahr in Helena gelesen hast, könnte ich mir vorstellen, dass dich das interessiert, auch wenn die Webseite von 2005 zu sein scheint. Vielleicht kennst du sie ja schon.

Apropos Geschichte, ich freue mich wirklich auf "Orange" und den Rest von The Starry Rift. Es kommt genau vor meinem Geburtstag heraus und es scheint perfekt, dass ich es genau ein Jahr nachdem ich dich "Orange" habe lesen hören, kaufen kann (das war ein verspätetes Geburtstagsgeschenk meiner Eltern, die die Tickets gekauft haben, und meiner besten Freundin, die uns von Missoula nach Helena gefahren hat, obwohl sie nur Mirrormask von dir kannte und sonst nichts. Sie liebt jetzt Sternenwanderer und Ein gutes Omen gefiel ihr auch.)

- anna

Es ist peinlich, wenn man die Art SF Autor ist, die sich etwas ausdenken kann nachdem es erfunden wurde, nicht wahr? Bald denke ich mir das "Flugzeug" aus -- eine Maschine, schwerer als Luft mit festen Flügeln!

Das hier ist von Jonathan Strahan, dem Herausgeber von The Starry Rift:

Ich habe eine Webseite auf www.thestarryrift.com eingerichtet, die Infos über das Buch, Downloads des Titelbildes, kurze Interviews mit dir (sie erscheinen irgendwann nächste Woche) und soviel relevanten Kram, wie ich auftreiben kann, bietet.

Ich habe auch ein Gewinnspiel, bei dem man Exemplare des Buches gewinnen kann, arrangiert.
Mit Dank an Viking gebe ich den ersten fünf Lesern, die mir unter thestarryrift@gmail.com emailen, und mir erzählen, welchen SF Roman sie als letztes geliebt haben und warum, ein Exemplar von The Starry Rift. Details unter
http://thestarryrift.com/win/

...

Lieber Herr Gaiman,

Ich habe mich gefragt, ob die technik-Meister hinter Ihrer Webseite den Countdown für das amerikanische Erscheinungsdatum von The Graveyard Book von Ihrer Seite in eins dieser iGoogle "gadget" Dinger umwandeln können. Dann könnte ich es auf meine 'iGoogle' Homepage neben das "gadget" für Frank Millers "The Spirit" Film setzen.

Mit freundlichen Grüßen, Daniel Crandall

Ich habs an Dan Guy, den Webgoblin, und er hat mir das nach ein paar Minuten zurückgeschickt:

Hier ist ein gewöhnlicher Countdown für THE GRAVEYARD BOOK. Ich werde vielleicht einen besser gestalteten zu kreieren versuchen.

Labels: , , , ,

Just in case I look like a Panda in New York

Von Neil, Montag, 13. April 2008, 16:29 Uhr

Nur für den Fall, dass ich in New York wie ein Panda aussehe

Gerade wurde ich von einem Rohr, das von 40 Kilo springendem Hund in bewegung gesetzt wurde, im Gesicht getroffen und kurzzeitig k.o. geschlagen.

Mein Arzt stellte fest, dass meine Nase nicht gebrochen ist, entschied sich gegen eine Naht neben der Nase, bot mir viele weise ratschläge und sagte dann fröhlich: "Sie werden wieder in ordnung kommen. Es wird aber eine Menge blaue Flecken geben, Ich hoffe, sie haben demnächst keinen öffentlichen Auftritt."

Ich habe das dumme Gefühl, dass ich das irgendwie komisch finde. Auch wenn das Folge der Gehirnerschütterung sein könnte.

Gut. Ich leg mich jetzt unter etwas Eis.

Labels:

Montag, April 21, 2008

Tulsa June 28 and suchlike

Von Neil, Montag, 14. April 2008, 11:45 Uhr

Tulsa, 28. Juni, und sowas

Details zur Lesung/Gespräch/Signierstunde in Tulsa am 28. Juni jetzt auf http://www.roadworkok.com/gaiman.htm

Ich werde eine Vorführung von Beowulf präsentieren und darüber (und alles andere auch, zweifellos) reden. Und ich bin irgendwie aufgeregt, da ich noch nie in Oklahoma war und hoffentlich Zeit habe, mir Lafferty Zeug anzusehen, wenn ich da bin...

...

Viele haben mich zu meiner Meinung über den vorgeschlagenen Gesetzentwurf für Copyright für verwaiste Werke befragt.

Ich lese gerade http://www.copyright.gov/orphan/orphan-report.pdf und bis ich das#mit durch bin, habe ich keine Meinung. Dann lese ich alles andere, was ich finden kann (wie das hier http://lessig.org/blog/2007/02/copyright_policy_orphan_works.html und das ganze Zeug hier http://www.illustratorspartnership.org/01_topics/article.php?searchterm=00185). Und dann sage ich wahrscheinlich hier etwas, oder ich zeige euch den vernünftigsten Ort im Netz, den ich gefunden habe.

Das einzige, das die meisten eingehenden Emails momentan gemeinsam haben, ist die Überezugung, dass einfache Leute ihrer Rechte beraubt werden und dass, falls der Gesetzentwurf durchkommt, man zukünftig dazu gewzungen werden wird, für die Registrierung seiner Rechte zu bezahlen, um Entschädigungen zu bekommen – was schon immer so war, fürchte ich. Du besitzt das Copyright im Moment der Erschaffung, aber zumindest in den USA muss du dieses immer noch erst registrieren lassen udn dafür bezahlen, um Entschädigungen für Verletzungen deines Copyright einzuklagen.

(Die FAQs des Büros für Urheberrecht http://www.copyright.gov/help/faq/faq-general.html#mywork sind hilfreich und klar.)


[Edit um hinzuzufügen: Hi Neil,

Der ganze heiße Luft um die Urheberrechte für verwaiste Werke ist genau das - heiße Luft. Dieser Eintrag erklärt einiges:

http://maradydd.livejournal.com/374886.html

Habe ich auf Boing-Boing gefunden.

Alles Gute,

Jess

Ich hatte nicht auf den histerischen Eintrag unter http://mag.awn.com/?ltype=pageone&article_no=3605
verlinkt, weil er ganz offensichtlich histerisch war, und sogar ich mit geringem Vorwissen sagen konnte, dass er falsch war. Aber nett, dass ihn jemand auseinander nimmt. Und genauso nett ist es, das zu sehen:
http://ursulav.livejournal.com/758643.html]


...

Hey Neil,

Ich habe gehört, dass du auf der Comic-Con in New York lesen wirst. Obwohl das tol wäre, sind 500 Dollar und mehr doch ziemlich teuer, also sag bitte Bescheid, wenn du noch irgendwo an der Ostküste vorbeischaust!

Es gibt eine Party/Empfang für VIPs (VIPs sind definiert als "Leute, die Tickets für 500 Dollar gekauft haben"), wo es eine Geschenktüte, tolle Sitze und Signierstunde gibt. Aber ein Ticket für die tatsächliche Veranstaltung kostet nur 20 Dollar, was viel billiger ist. Plus 30 Dollar für die Karte für die Convention am Freitag (oder 45 Dollar für das ganze Wochenende).

Hier ist der LInk, unter dem man Tickets auf der New York Comic-Con Seite bekommen kann.

Ich habe vor, Orange und etwas aus The Graveyard Book zu lesen.

...


Lieber Mr. Gaiman,

Mit allem gehörigen Respekt, was geht bloß in Ihnen vor?

Sie, mein Herr, sind Engländer. Unwichtig, dass Sie es für notwendig erachten, für ein oder zwei Abenteuer in die Kolonien überzusiedeln, aber Sie scheinen von den Typen aus der Neuen Welt doch etwas sehr eingenommen zu sein.

Ich beziehe mich, mein Herr, auf die Tatsache, dass Sie dem TEE ABGESCHWOREN HABEN!! Ist Ihnen der lange Winter auf den Verstand geschlagen? Denken Sie es nocheinmal durch, Mann! Die Antwort ist nicht weniger Tee, sondern MEHR!! Ich schlage Assam vor, oder in Ermangelung dessen ein Schoppen Gin.

In Sorge,

Spike,

Oxford.

ENGLAND (mit einer Tasse).

Natürlich bin ich noch immer Engländer. Wäre ich Amerikaner geworden, würde ich keinen Kaffee mehr trinken.

Labels: , ,

sunday morning

Von Neil, Sonntag, 13. April 2008, 10:08 Uhr

Sonntag Morgen

Das hier kam grad von meiner Freundin in Tasmanien, Dianna Graf (Clockwork Beehive ist die Firma von Dianna und Mark. Falls ihr euch das gefragt habt.)

Ooh.

Ich habe grade die Nachricht bekommen, dass alle Tickets für deine veranstaltung in Hobart verkauft sind.

Das war schnell!

Könntest du das vielleicht in deinem Blog erwähnen?

So viel mehr Leute wollten noch kommen. Leute fliegen aus anderen Staaten ein und so.

Falls genug Leute, die keine Tickets mehr bekommen haben, schnell Kontact zu Ellison Hawker Bookshop aufnehmen, können sievielleicht noch einen größeren Veranstaltungsort für dich finden.

xx

Dianna


Hiermit erwähnt. Ich fände es furchtbar, wenn jemand den ganzen Weg nach Tasmanien käme, für nichts. (Obwohl er dann immer noch in Tasmanien wäre, das an sich schon recht cool ist. Es gibt ein Museum, von der extrem geringen Chance, einen Beutelwolf zu sehen, mal abgesehen...)

...

Ich vermeide es normalerweise, auf Lieblingsautor-Umfragen zu verlinken, weil es sie verdrhen könnte, aber ich bin sicher, dass nichts den Tolkien- und Pratchett-Vorsprung bei SFX ins Wanken bringen kann, und die Ergebnisse, eine Momentaufnahme davon, was Leute lesen und mögen, sind faszinierend.

http://www.sfx.co.uk/page/sfx?entry=vote_for_your_favourite_sf

...

Wenn ich die Überschrift dieser Buchrezension lese -- Nick Johnstones Amy Amy Amy ist die erste Einschätzung des schwierigen Aufstiegs eines bemerkenswerten Talents, sagt Nick Johnstone, dachte ich, dass The Guardian Buchkritik in neue Höhen gehoben hätte, indem sie dem Autor des Buches (in diesem Fall einer Amy Winehouse Biographie) erlauben, sein Buch selbst zu bewerten, so dass Zeilen wie diese
Er ist das ganze Buch hindurch sehr genau, was seine Quellen angeht, was zu dem Eindruck beiträgt, dass das Buch eher eine Zusammenstellung der Zitate von anderen Leuten ist als ein Produkt seine eigenen Zuarbeit.
genauso konfessionell wie auch beschreibend sind. (Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich über meine Duran Duran Biography-aus-Zitaten genauso ehrlich gewesen wäre.) Ich war enorm beeindruckt von diesem neuen Trend in Buchkritik und wirklich enttäuscht, als ich am Ende las "David Sinclair ist der Autor von Wannabe: The Spice Girls Revisited (Omnibus)" und erkannte, dass es nur ein weiterer Tippfehler im Guardian war.
...

Vor einigen Wochen wurde ich für die British Library von Trickzeichner und Filmemacher Ravi Swami über das Ramayana interviewt. Ihr könnt es jetzt als Podcast auf ihrer Seite über die baldige Ramayana Austellung anhören:

http://www.bl.uk/ramayana

Ich freue mich schon auf die Ausstellung.
....

Und für die, die sich wundern, gibt es einen kleinen Film über den Beutelwolf auf YouTube. Vielleicht der letzte Beutelwolf, 1933 gefilmt. Schaut euch an, wie dieser Kiefer sich öffnet...

Labels: , , , ,

The Fairy Feller's Master Stroke

Von Neil, Samstag, 12. April, 2008, 18:11 Uhr

Da ich gestern daran erinnert wurde, ist hier die Einleitung zu Mark Chadbourns preisgekrönter Erzählung The Fairy Feller's Master Stroke. ( Für die Neugierigen ist hier ein Link zu der Webseite des Verlegers. Als Taschenbuch ist es ausverkauft, aber sie haben noch ein paar gebundene Exemplare.) (Klickt auf das Bild, um es viel größer zu sehen.)


Ich und mein Dadd und Mark Chadbourn.

Mein Verstand sagt mir, dass ich das Bild selbst, das geheimnisvoll betitelte Fairy Feller’s Master Stroke, zum ersten Mal nachgedruckt in voller Größe mit 14 oder so auf dem ausfaltbaren Cover eines QUEEN Albums gesehen habe und es hat überhaupt keinen Eindruck auf mich gemacht. Das gehört zu den merkwürdigen Dingen bei diesem Bild. Man muss es im Original sehen, Farbe auf Leinwand, das echte, das meistens, wenn es nicht unterwegs ist, im Raum der Preraffaeliten in der Tate Gallery, etwas verloren zwischen den grandiosen Schönheiten der Preraffaeliten, die alle so viel größer udn kunstvoller sind als der bescheidene Elfenhof, der durch die Gänseblümchen spaziert, damit es wirklich wird. Und wenn man es sieht, werden mehrere Dinge klar, manche sofort, manche mit der Zeit.

Als ich Anfang 20 war, erhielt ich ein Exemplar eines Buches zur Rezension, ein Buch über Fotos eines viktorianischen Doktors namens Diamond, die er von den Insassen von Bedlam gamcht hatte. Hoffnungslos beschmutzte Wahnsinnige, die ihre Hände ringen während sie in die Kamera blinzeln und unbehaglich mit unbewegten Gesichtern posieren, solange der Film zum Belichten brauchte, auch wenn ihre Hände oft wie flatternde Täubchen verschwimmen. Portraits von Verrücktheit udn Schmerz und in nur einem der Fotos war ein Mann, auch ein Wahnsinniger, zu sehen, der tatsächlich etwas tat.

Der Verrückte in dem Foto hat einen Bart. Er hat eine Staffelei vor sich, auf der er ein kleines ovales Bild von erstaunlicher Feinheit malt. Er starrt clever in die Kamera, und auf seinem Gesicht ist ein kleines, scharfes Lächeln zu sehen. Seine Augen glänzen. Er sieht gedrungen und stolz aus, und als ich ein Jahr später zum ersten Mal sein Meisterstück The Fairy Feller’s Master Stroke im Original sah, war das erste, was mir auffiel, dass der traurige Zwerg mit dem weißen Bart, der die Mitte des Bildes dominiert und den Betrachter anstarrt, der gealterte Richard Dadd ist.

Die Leute, die den Raum der Preraffaeliten in der Tate Gallery besuchen, tun das aus ihren eigenen Gründen, und antworten auf etwas entferntes und melodisches. Die Waterhouses und die Millaises und die Burne Joneses setzen ihre eigene Magie ein: Zuschauer wandern an den Bildern vorbei, ihre Leben bereichert. Der Dadd hingegen ist eine Falle und diejenigen, die in ihrer Selle einen Platz für ihn haben, sind gefangen. Sie können tatsächlich stundenlang vor dem Gemälde stehen, darin verloren, und sich über die Elfen und Goblins und Männer und Frauen wundern, versuchen, ihre Größe, ihre Form, ihre Exzentrizitäten wundern (“Jedesmal, wenn ich es mir anschaue, sehe ich etwas neues." wie Mark Chadbourns Erzähler Danny, oft so unzuverlässig aber in diesem Punkt zuverlässig, uns erzählt).

Dadd wusste, wer sie waren, die Leute in dem Gemälde. Er kannte ihre Leben. Er wusste, was sie waren. Man weiß das, wenn man sie sieht.

Falls man das Gemälde nur gedruckt gesehen hat, falls man auf einer reise ist, um sich genau das anzusehen, dann ist das nächste, was einen überrascht, die Größe. Es ist kleiner, als man gedacht hat – kleiner als möglich scheint. Es muss immerhin sehr viel hereinpassen. Der autorisierte Druck der Tate Gallery von The Fairy Feller’s Master Stroke, den ich gekauft habe, nachdem ich es gesehen hatte, ist fast doppelt so groß wie das Gemälde selbst .

Und das Gemälde ist nicht der Druck. Das Bild selbst, in seinem Rahmen, besitzt Magie – in den Farben, im Detail -- die kein Foto, kein Poster, keine Postkarte je ansatzweise zu fassen scheint.

So schaut man wie Danny und seine Mutter das Bild an, und sieht jeden Pinselstrich.

Und man kann es sich stundenlang ansehen, bevor einem etwas anderes an dem Gemälde auffällt, etwas so großes und merkwürdiges und offensichtliches, dass man nicht verstehen kann, warum man es nicht sofort gesehen hat, oder warum niemand sonst ein Wort darüber verloren hat.

Es ist unvollendet.

Ein Großteil des unteren Teils, wo die Farbwahl merkwürdig und ausgewaschen scheint, sind nur auf dem feinen Braun der Leinwand vorgezeichnet. Das Gras in Beige, dass den Blick zu dem Fäller lenkt, ist deshalb beige, weil Dadd – der viele Jahre brauchte, um es zu malen – keine Zeit mehr hatte. Er verschenkte es, bevor es fertig war.

Und es gibt eine weitere Sache, die man weiß, ohne Frage, wenn man sich das Original anschaut, udn zwar folgendes: er wusste, was er malte. Er hatte es gesehen, mit diesen cleveren Augen. Er war auf die große Reise gegangen, die größte aller Reisen, und das war, was er zurück brachte.

Da war dieses Gefühl, dass eines der großen Geheimnisse des Universums gelüftet werden könnte, wenn man es sich nur lange genug anschauten würde, um die Hinweise zu verstehen, sagt Danny, sagt Mark, und sie haben natürlich Recht.

Vor seiner Verrücktheit, vor dem Mord seines Vaters, vor der unter einen schlechten Stern stehenden Reise nach Frankreich (er wurde im Zug nach der Attacke auf einen Mitreisenden festgenommen, auf dem Weg nach Paris, um den Kaiser zu töten) waren Dadds Gemälde recht hübsch, und völlig normale, gewöhnliche Pralinenschachteldeckelbilder von Elfenszenen aus Shakespeare. Nichts außergewöhnliches. Nichts, was die Zeit überdauern würde. Nichts echtes.

Und dann wurde er verückt. Nicht nur ein wenig verrückt, sondern spektakulär verrückt; eine vatermörderische Verrücktheit voller Dämonen und altägypischer Götter. Er verbrachte den rest seines Lebens hinter Gittern - erst in Bedlam, später als einer der ersten Gefangenen von Broadmoor – und nach einer Weile bagnn er zu malen und tauschte seine Bilder gegen Gefallen ein. Die Pralinenschachtelelfen waren verschwunden. Jetzt waren seine Bilder von Elfen, Bibelszenen, Mitinsassen (echten oder eingebildeten) von solcher Intensität, dass sie sie, die wir noch haben, zu solchen Schätzen macht. Sie waren mit solcher Intensität und Zielstrebigkeit gemalt, dass es unheimlich ist.

Er verbrachte den rest seines Lebens hinter Gittern, eingesperrt mt den gefährlich Irren, so gefährliche irre wie jeder von ihnen, aber mit einer Botschaft für uns, einer Botschaft von der anderen Seite. Davon abgesehen war sein Leben verschwendet.

Dennoch hinterließ er uns Gemälde, Rätsel und ein unvollendetes Gemälde (der Tate von Siegfried Sassoon überlassen, wenn ich mich recht erinnere), das uns weiterhin verfolgt. Angela Carter schrieb ein erstaunliches Hörspiel über das Bild, Dadds Leben, viktorianische Kunst: Come Unto These Yellow Sands. Ich habe mal eine Filmbesprechung geschrieben, in der dieses Bild der Schlüssel war, und einmal war ich kurz davor, eine Anthology zu organisieren, in der jede Geschichte von einem der Zeugen des Kastanien-zerschmetternden Schlages des Fairy Fellerhandeln sollte. Und jetzt gibt uns Mark Chadbourn einen Roman, in dem das Gemälde ein Hinweis (vielleicht), eine Mordwaffe (möglich) und vor allem unbestreitbarerweise ein Schlüssel ist: ein Schlüssel zu einem Leben, zu einer Familie, zu einem Geheimnis, zu Lösungen, zu Irrsinn und vor allem zu der Realität.

Es ist eine geschichte eines verschwendeten Lebens, eine Geschichte über Liebe und Schmerz, und über einen Ort, an dem Dadd Gemälde und Dadds Leben beide eine Vorlage udn eine Ausrede werden: ein Grund zu leben, und ein grund zu sterben, und erst am Ende verstehen wir, was wir gelesen haben.

Bietet Mark Chadbourns Geschichte eine Antwort auf das Rätsel des Elfen-Fällers und seines meisterlichen Schlags? Dannys Mutter denkt sicher so, aber Danny selbst erkennt, dass jede Antwort nur ein Schritt auf dem Weg sein kann. Dass das Geheimnis, wie das Gemälde, wie unser Verständnis des Malers immer unvollendet bleiben wird. Und das ist vielleicht der meisterlichste Schlag von allen...


Neil Gaiman
6. April 2002

Labels: , , , ,

Donnerstag, April 17, 2008

Religiously interrupting your being since February 2001

Von Neil, Freitag, 11. April 2008, 20:49 Uhr

Religiös euer Dasein störend seit 2001

Ich bin grad etwas gehirntot -- gestern bin ich nach LA geflogen, hatte ein spätnachmittägliches Treffen über einen Film, den ich basierend auf einem meiner Bücher schreiben werde (ich denke, ich kann zu diesem Zeitpunkt noch nicht genauer werden, zumindest nicht, bis die Verträge unterzeichnet sind oder ich ein OK habe, darüber zu reden), und es war richtig gut. Mein Produzent ist ein Autor, und wir saßen zusammen und waren einer Meinung, was ich tun soll. Das Schlimmste am Schreiben für jemand anderen ist, und das habe vor allem bei Filmen ich mehrmals feststellen müssen über die Jahre, wenn man mit einem redakteur oder Produzenten redet und denkst, man redet über das Gleiche. Dann trennt man sich, man macht, was man dachte abgesprochen zu haben, und man reicht etwas ein und entdeckt, wie falsch man lag, und während man zum Beispiel eine romantische Liebesgeschichte mit Geistern beschreibt, kaufen sie eine unheimliche Geistergeschichte mit vielleicht einem Hauch Liebe drin, und alle sind unglücklich und das Projekt ist gescheitert. Jedenfalls wird die hier klasse werden, denke ich -- es fühlte sich an, als würden wir über das gleiche Buch und den gleichen Film reden.

Dann klingelte mein Handy und ich fand mich in der Notaufnahme eines Krankenhauses wieder, um einen verlegenen Freund zu besuchen, der gerade eingeliefert worden war und woanders sein wollte. Im Großen und Ganzen war es weder so heftig wie ER noch so lustig wie Scrubs, aber ich fühlte mich definitiv, als wäre ich ins amerikanische Fernsehwunderland gewandert. Spät zurück im Hotel habe ich an einem überfälligen Artikel über Crossover Fiction für das britische Writers and Artists Yearbook gearbeitet, weil sie mich gebeten haben, etwas für sie zu schreiben, und weil die Ausgabe des Jahrbuchs von 1983 das eine wirklich wichtige Teil war, das ich besaß, als ich auszog, Journalist zu werden.

Ein Weckruf um fünf Uhr morgens und auf zum Flughafen, um nach Hause zu fliegen. Habe den Artikel fürs Jahrbuch in der Nordwest-Lounge fertiggestellt. Hab ihn abgeschickt. Ich hörte dann, dass in Minneapolis "lähmender" Schnee erwartet wird, aber es war nur Regen und wurde erst zu Schnee, als ich sicher zuhause war. Und es war lebenswichtig, dass ich pünktlich zurückkam, denn ich musste zuhause sein für...

Die Übernachtung Der Freundinnen. Wobei ich Der Anwesende Erwachsene bin. In den Hauptrollen Maddy und fünf ihrer 13-14jährigen Freundinnen, für die ich Chauffeur (zum Kino und zurück), Ratgeber ("ihr könnt wahrscheinlich mehr Käse auf diese Nachos packen"), Dinge-In-Den-Ofen-Steller und am wichtigsten - weil sie grade alle Prom Night gesehen hatten und ein wenig lebhaft waren - Anbieter von hilfreichen Tipps ("Ihr bleibt besser alle zusammen heute Nacht. Es ist immerhin ein großes, altes Haus, und wenn bedenkt, wieviele Leute hier über die Jahre gestorben sind...nun, ich hab schon zuviel gesagt...") spiele. Es findet statt, während ich das hier tippe.

...

Ein Artikel über bloggende Autoren aus The Age, in dem wir erfahren, dass mein Blog nicht mehr das ist, was er mal war. Stimmt wahrscheinlich, auch wenn es in den letzten sieben Jahren immer mal wieder so Phasen hatte. Trotzdem, falls ich diesen Sommer auf Forschungsreise gehe, werde ich wohl eine Weile nicht bloggen und alles in Notizbücher schreiben.

Ein Herrlicher Artikel über Fantasy im Daily Telegraph von Mark Chadbourn. Für dessen Buch The Fairy Feller's Master Stroke ich mal eine Einleitung geschrieben habe. Falls ich sie finden kann, stelle ich sie hier ein. Sie dreht sich hauptsächlich um Richard Dadd, eine andere meiner Macken.

...

Hi Neil,

Ich dachte, das hier interessiert dich vielleicht:
http://www.thedesignfiles.net/2008/04/interview-nicholas-jones.html

Solche erstaunlichen Skulpturen aus Büchern zu machen fasziniert mich (und lässt mich etwas zusammenzucken--"nein, nicht die Bücher!"-- aber trotzdem ist es schön :)).

Sie sind schön, nicht wahr?

Du schreibst großartige Bücher. Du warst sogar mal mein Lieblingsautor, aber dann holte ich mir die Virconium Serie von M. John Harrison weil unten klein drauf stand "Mit einer Einleitung von Neil Gaiman".

Jetzt ist M. John Harrison mein Lieblingsautor und Virconium ist meine Bibel. Du hast dich selbst vom ersten Platz verjagt. Einleitungen sind wie kleine Brücken von Autor zu Autor. Danke, dass du so viele baust.

Ironischerweise,

Evan


P.S. Die Einleitung ist ziemlich gut.

Keine Ursache. Mike Harrison ist einer meiner Lieblinsgautoren -- ich bin erfreut, dass er nun deiner ist.

ich wollte dir nur sagen, dass deine Arbeit religiös mein Dasein stört!!!!!

Ich hoffe, dass ist gut.

Ich fühle mich grad ein bischen verlassen. Ich hatte ein wunderbares Gespräch mit einem meiner Professoren über unsere Bewunderung für deine Bücher. Aber vorher hatten wir eine harte Diskussion darüber, dass ich meine Geschcihte für ihm umschreiben muss. Mal wieder. Grund? Weil er nicht nicht glaubhaft fand, dass der Charakter -- eine Polizistin -- bestimmte Gedanken denken oder besorgt sein oder sich etwas bei einer Sternschnuppe wünschen würde.

Polizistinnen sind auch nur Menschen, oder? Sie könne von einem Vergewaltigungsfall verstört sein obwohl sie erfahrene Polizistinnen sind? Sie haben trotzdem Gefühle?

[seufz] Dieses geschimpfe ist von deiner Aussage motiviert, dass 95% von dem in deinen Entwürfen am Ende auch im fertigen Buch landet. War das immer so? Gabs eine Zeit, wo jemand deine Arbeit abgelehnt hat, weil sie glaubten, was du schreibst sei unrealistisch? Oder lassen sie dir mehr Freiheiten, weil du normalerweise in magischen fantastischen Welten schreibst?

Eine Studentin, die ihren Namen nicht sagt, weil ihr Professor die Seite hier auch liest

(mal davon abgesehen, dass er sie sowieso erkennen wird, weil sie zuviele Details verraten hat...)

ich.

Lass mich mal sehen. Um die offensichtlichen Fargen zuerst zu beantworten, war da jemals jemand, der meine Arbeit als unrealistisch abgelehnt hat? Wahrscheinlich, auch wenn mir grad kein konkretes Beispiel einfällt. Normalerweise lehnen siesie ab, weil sie nicht gut genug ist.

Du brauchst nie einen Leser davon überzeugen, dass Polizistinnen sich etwas wünschen, wenn sie eine Sternschnuppe sehen. Du musst deine Leser überzeugen, dass diese eine Polizistin es tun würde. Du musst deine Charaktere rund genug machen, dass der Leser fast schon erwartet, dass diese Polizistin sich etwas wünscht, wenn sie eine Sternschnuppe sehen..

Niemand lässt in Fantasy mehr Freiheiten, genauso wenig wie in romantischen oder historischen Romanen oder sogar in Sachliteratur. Es heißt Aufhebung des Unglaubens, und beim Schreiben ist es das, was du tust und was du aufbaust, und es ist so dünn wie eine Seifenblase. Sie platzt leicht. (Ich erinnere mich, einmal von Rachel Pollack rangenommen worden zu sein für etwas in einer meiner Kurzgeschichten. "Aber das ist das einzige in der Geschichte, das wahr ist!" sagte ich ihr. "Es ist egal, ob es wahr ist," sagte sie. "Es ist nur wichtig, ob es im Kontext der Geschichte glaubhaft ist." Und ich wusste, dass sie Recht hatte.)

Übrigens fand ich, dass die Polizei in den USA und in Großbritannien immer sehr hilfreich zu Autoren war, oder zumindest zu mir. Nichts ist besser, als einen Tag mit einem Polizisten unterwegs zu sein, oder sich eine Wache zeigen zu lassen und neugierige Fragen zu stellen, um als Autor überzeugt schreiben zu können. Und Überzeugung und Sicherheit sind schon die halbe Miete..

Neulich habe ich in einem Antiquariat eingekauft und plötzlich erkannt, das ich nicht weiß, wie Schriftsteller ihr Geld verdienen. Ich komme klar mit Vorschüssen und Lizenzgebühren (zumnidest etwas) aber:

1. Bekommen Schriftsteller auch Lizenzgebühren von gebrauchten Büchern? Verkaufszahlen enthalten immer nur neue, also...

2. Und Bücherclubs? Verdient ihr daran?

Ich verdiene genug, um mir neue Bücher zu kaufen, aber das war nicht immer so - ich versuche nicht, Antiquariate und Büchereien zu verunglimpfen. Falls neue Bücher kaufen mehr Geld für die Autoren (und Zeichner) bedeutet, was zu neuen Büchern führt, dann kauf ich sie neu.

Danke, ich freu mich schon auf "The Graveyard Book" (obwohl ich wünschte, es wäre schon draußen, um mit dem gräßlichen Frühlingswetter zusammenzufallen)

ethan


Nein, für gebrauchte Bücher bekommen Autoren nichts, aber für die sind wir ja schon einmal bezahlt worden. Jemand hat sie mal gekauft und ich bin glücklich mit der Tatsache, dass sie wieder verkauft werden. (Wie ich mal in
Wired (ganze Antwort von mir hier) und hier wiederholt in diesem Tagebuch gesagt habe:

Wenn ihr eins meiner Bücher kauft (oder es zur Rezension geschickt bekommt), gehört es euch. Ihr habt es gekauft (oder geschenkt bekommen). Ihr könnt es weiterverkaufen. Ich habe weder ein Problem mit Amazon Listen von gebrauchten Exemplaren noch mit der Second Hand-Abteilung eines Buchladens. Es ist ihr Laden.

Ihr könnt Bücher neu kaufen, als gebundenes Buch oder als Taschenbuch, ihr könnt es gebraucht finden oder als Sammlerstück. Macht mir nichts aus. Mich interessiert nur, dass Leute lesen.

Wie ich lang und breit
hier in diesem Tagebuch erklärt habe, was letzten Monat in Wired zitiert wurde, kommen Bücher nicht mit einmaligen Einzelnutzerlizenzen, und ich halte das für eine gute Sache.

Und in den letzten sechs Jahren habe ich meine Meinung darüber nicht geändert.

Schriftsteller profitieren auch von Bücherclubs - der Club zahlt keine Lizenzgebühren für jedes einzelne Buch- Normalerweise zahlen sie eine Gebühr an den Verleger, die mit dem Autor geteilt wird, um das Buch veröffentlichen zu dürfen (oft in kleinerer Form oder auf billigerem Paier als das Original) oder sie machen einen Vertrag mit der Verleger, normale Ausgaben zu überdrucken (die Bücherclub-Ausgabe von Sternenwanderer ist
zum Beispiel wie die original DC Ausgabe, identisch wenn es um Größe und Bindung und Papier geht, denn sie haben am Ende des Drucks einfach ein paar tausend mehr mit dem Bücherclub-Logo gedruckt).

Hi Neil!

Ich habe grad ein Buch von einem deutschen Autoren gelesen, der einiges aus deinen Geschichten entliehen, vor allem aus Niemalsland. Die Geschichte spielt (a) unter London, und Mr. Croup und Mr. Vandemaar kommen auch vor (mit anderen Namen), und manch anderes Detail war schrecklich vertraut.

Ich habe mich nur gefragt, was du davon hältst, wenn jemand anderes "deine" Ideen und Charaktere benutzt. Stört dich das? Ehrt es dich? Interessiert es dich überhaupt?

Ich hoffe, du hast diese Frage noch nicht beantwortet, falls doch, konnte ich sie im Blog nicht finden und würde gern einen Tipp haben.

Danke im Voraus!

L.


Es heißt, Imitation ist die ehrlichste Form des Shcmeichelns, und ehrlich gesagt fühle ich mich meistens geschmeichelt, wenn ich so etwas höre. Es hat mehr klasse, wenn die Leute, die das machen, dich als Einfluss anführen oder dir im Vorwort danken oder so, aber es stört mich auch so nicht sonderlich.

Labels: , , , , , , ,


Site Meter