Dienstag, Mai 06, 2008

Pajamablog

Von Neil, Samstag, 26. April 2008, 11:27 Uhr

Pyjamablog

Während ich das Flugzeug kriegen will....

Lieber Neil,

ich habe über die Siegel & Shuster Familien nachgedacht, die die Rechte an Superman bekommen haben, und habe nun einige Fragen, für die ich keine Antworten finden kann und die du vielleicht beantworten kannst.

(Ich benutze deine Arbeiten als Bezugspunkt, weil du weißt, welche Rechte du an ihnen besitzt.)

Falls ein Charakter von mehr als einem Künstler erschaffen wurde (Superman von Siegel & Shuster, Tim Hunter von dir & Herr Bolton), haben dann beide Künstler oder ihre Nachkommen das Recht, unabhängig voneinander Lizenzen zu verkaufen etc? Könnten die Nachkommen von Siegel die Rechte für einen Superman Film an Fox und die Nachkommen von Shuster an Universal verkaufen, und DC immer noch Filme mit Warner machen? Und hast du nur die Rechte am Charakter, oder hast du das Recht, die Geschichten, die du zum Beispiel für "Sandman" oder eine andere Serie geschrieben hast, zu verkaufen?

Es stört mich, dass es vieleicht zu einer David Niven "Casino Royale" Situation mit anderen Characteren, die ich mag, vor allem dem Man of Steel, kommen könnte.


Grüße!

-Kerwin


Ich glaube, du meinst "Thunderball" nicht "Casino Royale" -- das Problem war mit "Casino Royale" IIRC war einfach, dass jemand anderes die Filmrechte hatte, und sie benutzte, um eine Parody zu machen, nachdem die Bondfilme erfolgreich gewesen waren. Thunderball wurde mitverfasst (fing an als Filmdrehbuch mit mehreren Autoren, das Fleming dann in Romanform veröffentlicht hat, und der andere Autor hat dann sein Urheberrecht an dem Drehbuch eingeklagt), was "Sag niemals nie", der den gleichen Plot hat, ermöglichte...

Die kurze Antowrt ist: Ja, kannst du. Und es ist nicht so einfach, weil Markenrechte und so etwas bedacht werden müssen, und außerdem sind die meisten der Comicbeispiele die du benutzt Auftragsarbeiten und gehören der Firma.

Schau dir die Posner Entscheidung an (unter http://www.projectposner.org/case/2004/360F3d644/ -- der Link, den ich vor zwei Tagen angegeben hatte, ist wohl tot.) Falls ich ein Medieval Spawn Comic -- oder Medieval Spawn Unterhosen -- lizensieren will, kann ich das. Es ist miterschaffen, keine Auftragsarbeit, und gehört beiden.

Falls DC Comics zukünftige Probleme mit Superman und dem Nachlass des Erfinders vermeiden wollte, denke ich, hätten sie 1999 in voller Kenntnis des Gesetzes einen vernüftigen Deal mit der Familie Shuster machen sollen, anstatt sie durch eine neunjährigen Prozess zu bekämpfen. Jetzt sagen die Shusters: "Danke für das Geld, natürlich bleibt alles, wie es war." anstatt "Au, ihr seid gemein. Warum habt ihr uns für etwas kämpfen lassen, was uns gehört? Wir gehen zu Marvel und Twentieth Century Fox und lassen einen Superman Film drehen." So hätte ich es gemacht, wäre ich DC und Warner.

Meine Assistentin hat mich gerade daran erinnert, dass ich in 40 Minuten aufbrechen werde, um mein Flugzeug nach Australien zu erreichen, und dass ich im Pyjama blogge und deshalb jetzt bitte die Tastatur loslassen soll...

Nur noch ein schneller Link zum Neverwhere Zirkusspiel auf http://www.actorsgymnasium.com/site/epage/46772_314.htm Falls ihr es erreicht, schickt mir eure Kritiken und ich versuche sie hier einzustellen...

Auf zum Flughafen. Aber erst --Anziehen!

...

Später. Ich gehe in 5 Minuten. Ich scheine gerade mein eines Handy zerstört und das andere verloren zu haben, also muss ich mir am Narita Flughafen wohl ein neues kaufen. Argh. In der Zwischenzeit, falls ihr zuviel über einen Autor und sein Notebook erfahren wollt...

http://www.spacecast.com/interview_5239.aspx

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Mittwoch, April 30, 2008

the copyright one after the last one...

Von Neil, Freitag, 25. April 2008, 11:15 Uhr

Der über Urheberrecht nach dem letzten...

Beim Nachdenken über das Urheberrecht habe ich das hier gefunden: http://nielsenhayden.com/makinglight/archives/009050.html#191539

Es ist die Übersetzung meines Gedichts The Day The Saucers Came in LOLcat von Abi Sutherland. Es gefällt mir besser als das original aber ich bin nicht sicher, ob es funktionieren würde, wenn es nicht auf der Kenntnis des originals basieren würde (wenn ihr versteht, was ich meine). (Das hier bin ich in Yale, wie ich das Original vorlese: http://www.you tube.com/watch?v=JUkEPaN_BFY).

Und zwei aus dem Postsack:

Ich bin Anwalt. Ich bin Co-Autor eines Artikels über Gerechte Nutzung, der letztes Jahr im Journal of the Copyright Society of the United States veröffentlicht wurde. Ein großer Teil davon war eine wortreichere Version (zerteilt von vielen gesetzlichen Zitaten) von dem, was du heute in deinem Tagebuch geschrieben hast. In der Praxis ist der eine wichtigste Faktor, ob eine Nutzung fair war, eben nicht, ob Geld gemacht wurde sondern wie sehr das Werk umgeformt wurde. Du hast ein gutes Verständnis von Urheberrecht.

Darüber hinaus hast du ein gutes Verständnis der Schwierigkeiten, Arbeiten, die auf anderen basieren, urheberrechtlich zu behandeln. Die gesetzliche Lösung bezüglich deines Beispiel mit der Bibel-Konkordanz ist, dass die Person, die das Urheberrecht hat, ein "schwaches" Urheberrecht hat. (Je mehr eigene Kreativität in einem Werk steckt, desto stärker ist das Urheberrecht. Falls die Konkordanz völlig unkreativ ist - falls es nur eine Liste von Wörtern ist, die auch in Computer erstellen könnte - gibt es überhaupt kein Urheberrecht. Falls der Autor die Konkordanz aber irgendwie geordnet hat, und damit eigene Kreativität gezeigt hat, gibt es ein "schwaches" Urheberrecht.)

Leider ist in der Praxis ein "schwaches" Urheberrecht ziemlich stark, wenn es einer mächtigen Firma gehört. Zum Beispiel sind die Holzschnittillustrationen in der Originalausgabe von Alice im Wunderland Gemeingut und haben keinen Urheberrechtsschutz. Disneys Darstellung von Alice - ganz klar eine gezeichnete Version der Gemeingut-Holzschnitt-Alice - ist hingegen urheberrechtlich geschützt. Eigentlich sollte diese abgeleitete Version ein "schwaches" Urheberrecht haben. Als allerdings das Computerspiel Alice von American McGee herauskam, war deren Alice eine Brünett, die überhaupt nicht wie die Alice aussah, die die meisten Leute kennen. American McGee hätte in der Lage sein sollen, die Gemeingut-Alice zu kopieren wie es Disney getan hatte, aber ich nehme an, sie wollten sich nicht mit Disney anlegen. (Auch wenn andere Gründe sicher auch eine Rolle spielten - wahrscheinlich wollten sie auch verhindern, dass kleine Kinder das Spiel aus versehen kaufen - aber Disneys Urheberrecht muss eine Rolle gespielt haben.)

Ich finde es großartig, dass du als Autor keine tollwütigen Ansichten zum Urheberrecht zu haben scheinst. Ich denke viele Leser, die defensiv wegen ihren Lieblingsautoren agieren, verstehen die Vorzüge von nicht absolutem und auslaufendem Urheberrecht nicht. Das kreative Gemeinwesen hat einiges von Gemeinfreiheit und Gerechter Nutzung. (Die Nachkommen von Autoren sind oft alles andere als offen für Neuinterpretationen oder kreativen Kritiken eines Werks - der hochstrittige Nachlass von Margaret Mitchell fällt mir da ein.) Falls unsere modernen Ansichten zum Urheberrecht schon immer existiert hätten, hättest du nicht frei Shakespeare (der nie irgendeinen Urheberrechtsschutz hatte) in Sandman zitieren können und die Geschichte hätte so einiges ihrer Fülle verloren. Oder es wäre irrsinnig, wenn du die Erben von Rudyard Kipling bitten müsstest, The Graveyard Book zuzulassen. Urheberrechte sollten nicht so stark sein, dass sie andere Ideen oder kritische Auseinandersetzungen behindern.

Ich freue mich schon sehr auf The Graveyard Book.

- Anne

und außerdem

Dein letzte Eintrag bezüglich Gerichtsfällen inspirierte mich, ein paar Informationen auf meinem persnlichem Blog zu sammeln, die sich mit dem gemeinsamen Urheberrecht deines Falles und dem Umformungshema von J.K. Rowlings Fall beschäftigen. Falls du Interesse hast: http://wise-old-sage.blog-city.com/gaiman_joint_authorship_and_transformative_works.htm

Ich habe auf deinen Entrag verlinkt, damit meine Leser informiert sind udn hoffe, das stört dich nicht.

Christopher Schiller

http://www.christopherschiller.com

während Scrivener's Error mich hierhin führte:

http://scrivenerserror.blogspot.com/2007/11/accio-lawsuit.html
und die Theorie ist, dass das hier vor allem ein Fall von Markenzeichen und nicht Urheberrecht ist.

Neil,

wenn ich an deine letzte Begegnung mit einem großen Metallrohr denke, frage ich mich, wie es mit Krankenversicherung aussieht. Wie sieht bei dir als mehr oder weniger selbstständiger Autor (richtig?) mit der Krankenversicherung für dich und deine Familie aus? Wäre es nicht einfacher, nach Kanada oder zurück nach England zu ziehen, wo man vernünftigerweise eine allgemeine Krankenversicherung hat?

Danke,

Jon


Wie? Ich schreibe Drehbücher.

Ehrlich, auch wenn es dumm klingt. Solange ich einen gewissen Anteil meines Einkommens aus Hollywood beziehe, bin ich bei der Schreiber-Gilde krankenversichert, was eine gute Krankenversicherung war, als ich Mitglied wurde, und jetzt nicht mehr so toll ist, aber immer noch entscheidend besser als gar keine für mich oder meine Familie.

(Gelegentlich fragen Freunde, warum ich Drehbücher schreibe -- es kostet viel Zeit und Energie, meistens wird nichts aus dem Film, und wenn er doch gedreht wird, ist das Ergebnis meistens etwas völlig anderes als man geschrieben hat, und anders als bei einem Roman gibt man die Kontrole dirket am Anfang ab, kann belogen, gefeuert oder betrogen werden, und auch wenn ich viel geld mit Drehbüchern verdiene, verdiene ich mehr mit Büchern, die mir dann gehören und immer in meiner Kontrolle sind und die mit auch international Geld einbringen udn so weiter. Ich sage dann "Krankenversicherung" und wenn sie Ameriknaer sind, verstehen sie es, während Leute aus Ländern, wo Krankenversicherung als Menschenrecht wie z.B. Bildung angesehen wird, mich für irre halten.)

Warum ich nicht umziehe? Ich mag mein Haus und meine jüngste Tochter mag ihre Schule und Freunde (meine ältere Tochter lebt bereits wieder in England) und es ist mir recht, ab und zu ein Drehbuch zu schreiben und dafür krankenversichert zu sein. (Außerdem mag ich das Schreiben von Drehbüchern. Es ist das ganze Drumherum, was mich stört.)

(Übrigens bin ich glücklich, sagen zu können, dass es ein schweres PVC Rohr, nicht Metall-Rohr war. Ansonsten wäre mein Gesicht noch viel zerschundener als es ist. Das blaue Auge ist fast weg, die Nase ist fast verheilt, und der Schnitt in der Lippe würde besser heilen, wenn ich das Sprechen lassen würde...)

...

Mark Buckingham und Shelly Bond und ich haben im vergangenen Monat geplant und gerätselt. Wir planten ein Poster zum 20. Jahrestag von Sandman , für das soviele der Zeichner und anderen Künstler, die an Sandman beteiligt waren, wie mögliche einen Charakter oder zwei zeichen solten. Wir haben über verschieden Möglichkeiten nachgedacht, das zu machen, und uns für eine Party entschieden, und dann hat Mark die Party geplant...

Dei meisten der vielleicht 40 Künstler, die an Sandman mitgearbeitet haben und noch leben und zeichnen haben zugesagt -- ein paar waren einfach zu beschäftigt (leider kein Matt Wagner oder Michael Zulli) und ein paar suchen wir noch.

Aber das erste Kunstwerk ist angekommen. Es ist von Sam Kieth, und das erste Mal seit zwanzig Jahren, dass er Morpheus professionell gezeichnet hat. (Und das erste Mal, das er Daniel gezeichnet hat.)



Ich denke, es wäre ein großartiges Poster.

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a few final copyright thoughts before we leave the subject entirely

Von Neil, Donnerstag, 24. April 2008, 16:49 Uhr

Ein paar letzte Bemerkungen zum Urheberrecht, bevor wir das Thema endgültig wechseln

Ich sollte The Graveyard Book gegenlesen. Ich habe Gegenlesen mal geliebt, aber das war vor vielen Jahren, vor allem, weil ich jetzt die englische und die amerikanische Fassung korrigieren muss, und deshalb alles, was ich bei dem einen finde, bei dem anderen nachlesen muss, und ich muss beide Ausgaben nebeneinander lesen, um zu sehen, was die Redakteure auf den verschiedenen Seiten des Atlantik daraus gemacht haben. (Schüttelt kläglich den Kopf ...)

Die Veranstaltung im Mai an MIT ist noch nicht ausverkauft, die Tickets wurden nur zuerst den MIT Studenten und Angestellten angeboten. Meinen Freunden bei Pandemonium und The Million Year Picnic zufolge verkaufen beide jetzt Tickets.

Ein schnelles Googlen gab mir http://community.livejournal.com/millionyear/33091.html
mit massig Informationen über die MIT Veranstaltung.
Falls Sie Tickets telefonisch reservieren möchten (617-492-6763), müssen Sie sie innerhalb von 48 Stunden abholen. Keine telefonische Reservierung nach dem 14. Mai. Höchstens 4 Tickets pro Reservierung.


Ich habe gesehen, dass du auf der Liste der Sprecher für das Children's Book Council Australia im Mai stehst. Ich bin neugierig, ob du zwischen deinen zwei Auftritten Zeit zum Signieren hast.

Falls nicht bei dem CBCA, hast du vor, irgendwo anders in Melbourne zu Signieren?

Danke im Voraus

-S


Klick auf WHERE'S NEIL und du wirst auf http://www.neilgaiman.com/where/ landen und erfahren, dass drei Melbourne, zwei Sydney und eine Hobart Veranstaltung nächste Woche geplant sind. Und um einige andere häufige Fragen zu beantworten, ja, ich weiß, dass ich seit zwölf Jahren nicht mehr in Perth war und seit zehn Jahren nicht mehr in Neuseeland signiert habe. Mir ist bewusst, dass es unfair gegenüber den Leuten in Brisbane und Adelaide ist, dass ich dort nicht signiere, und noch schlimmer für die Leute in Canberra, weil ich, mit nur einem Körper aber zwei möglichen Orten, mich für Hobart entschieden habe, wo ich zehn Jahre nicht war, anstatt für Canberra (wo ich im Juli 2005 war).

Nachdem ich deine Kommentare über den JK Rowling Lexicon Fall gelesen habe, hat mich beschäftigt, ob das Ganze nicht an deinen Umgang mit bestimmten Charakteren, die du für MacFarlanes Spawn Serie erschaffen hast, erinnert. Ich kann da vage Ähnlichkeiten erkennen.

Solange das Lexikon nur auf der Webseite existierte und niemand davon profitiert hat, ist das kein Thema. Aber in dem Moment, wo es in Buchform veröffentlicht wird, wird er Geld damit machen. Lass uns die Fakten betrachten, die Leute würden es masenweise kaufen. In dem Fall denke ich, hat er entweder die Erlaubnis dafür oder nicht (und er hat sie ganz klar nicht). Da er sie nicht hat, heißt das doch, er handelt falsch? Braucht er nicht ihre Erlaubnis, Geld mit Charakteren zu machen, die sie erfunden hat? Sollte er sie nicht von Anfang an gefragt haben?

Ich habe nur die Ähnlichkeiten gesehen. Mir ist klar, dass er die Charaktere nicht nimmt, um neue Geschichten damit zu schreiben (wie MacFarlane es getan hat), um dafür abzuräumen.......aber es kommt mir falsch vor. Falls das Buch schlecht gemacht ist, dann fällt das aber auch auf sie und ihre Welt zurück, oder?



Sie sind nur in soweit ähnlich, dass sie sie eigentlich nicht wirklich um das drehen, was die Leute (inklusive der Leute, die an dem Rechtsstreit beteiligt waren)(including the people who were involved in the litigation) gedacht haben, worum sie sich drehen würden. Ich dachte, der McFarlane Fall ginge um Urheberrechte und versuchte Todd dazu zu bringen, sich an seine Versprechen zu halten, und um diese Akten, die behaupteten, dass er meine Ausgaben geschrieben hätte, und sowas. Ich denke, aus Todds Sicht war das alles eine Sache von Ich Mache Meine Regeln Und Bin Trickreich Und Jedermann Muss Machen Was Ich Sage, oder so etwas in der Art.

Aber an Ende, als ich nach der Berufung in allen 17 Punkten gewonnen hatte, ging es eigentlich um Folgendes: beginnt die Uhr zu ticken, wenn das Urheberrecht verletzt wurde oder wenn die Verletzung entdeckt wird? Es gibt eine dreijährige Frist auf Urheberrechtsansprüche. 1996 hat Todd sein Urheberrecht angemeldet udn behauptet, Spawn 9 und die Angela Serie geschrieben zu haben, dann, drei Jahre später hat er mich wissen lassen, dass er sich an keine unserer Absprachen bezüglich der Sachen, die ich erschaffen hatte, halten wird. War meine Zeit schon abgelaufen? Seine Anwälte waren sicher, dass es so war, und sogar einige meiner Anwälte waren unsicher, ob ich nicht auf dünnem Eis stehe.

Und die Entscheidung von Posner am Berufungsgericht war im Wesentlichen: von niemandem wird erwartet, dass er das Büro für Urheberrecht patrolliert, um nach verletzungen zu fahnden, und die Uhr beginnt erst zu ticken, wenn man davon erfährt. (Die ganze Posner Entscheidung ist hier zu lesen: http://www.ca7.uscourts.gov/tmp/CR1FGCDA.pdf und ist wirklich sehr interessant.)

Im Time-Warner-Rowling-Vander Ark Fall geht es eigentlich nicht um "Wird er geld damit verdienen?" oder "Wird das Fansites Steine in den Weg legen?" oder um irgendeine der anderen Fragen, die die Leute online diskutieren. Aus rechtlicher Sicht ist es egal, ob Ms Rowling eine eigene Enzyklopädie plante, oder das Geld daraus charitativen Zwecken dienen wird oder so, auch wenn ich glaube, dass es Ms Rowling sicher nicht egal ist (weil es mir nicht egal wäre, wäre ich an ihrer Stelle).

Soweit ich das einschätzen kann, geht es um ein paar Grauzonen des Urheberrechts. Ich vermute, und ich bin so dermaßen kein Anwalt, dass es am Ende nur zählen wird, ob das, was Mr Vander Ark geschrieben hat, das ürsprüngliche Werk genügend bearbeitet hat, um als neues Werk zu gelten.

Es gibt einen Online-Kommantar zu Sandman. Falls die Leute, die ihn geschrieben haben, oder jemand anderes, sich entscheiden, ihn zu veröffentlichen, könnte ich sie nicht davon abhalten, auch nicht, wenn ich nicht wollte, dass es veröffentlicht wird, auch nicht, wenn Les Klinger mich endlich überredet hääte, DC Comics zu veranlassen, ihn einen offiziellen Kommentierten Sandman schreiben zu lassen. (Irgendwer hat gefragt, wann Les Kommentierter Dracula erscheint -- es wird im Oktober 2008 sein.) Weil es offensichtlich ein umformendes Werk ist, es basiertauf meiner Arbeit, aber hebt sich davon ab.

Falls jemand eine Webseite schaffen würde, die alles im Sandman alphabetisch auflistet, als Lexikon oder Konkordanz... ob ich plane, eine solche zu machen, zählt dann nicht. Ob jemand mit meiner Arbeit und Worten und Ideen Geld verdient, zählt nicht. Ob es ein gutes oder schlechtes Lexikon ist, zählt nicht. Ob es mich häufig zitiert oder nicht, zählt nicht (wie häufig ich zitiert werde, fällt unter Gerechte Nutzung, aber schreibe meine Worte um, und du bist sicher). Was zählt, ist, ob das neue Werk meine eigene Arbeit genügend umformt, in etwas anderes verwandelt, indem es diese Einträge nimmt und sie alphabetisch sortiert. Wieviel eigene Arbeit steckt drin? Die Bibel in der King James Übersetzung ist gemeinfrei. Wenn man dazu eine Konkordanz oder ein Lexikon schreibt, jede Person udn jeden Ort auflistet, etwas, das jede Menge Zeit in Anspruch nimmt, könnte man Urheberrechte darauf anmelden. Falls jemand anderes dieses Lexikon kopert - einfach dein Bibellexikon nimmt und seinen Namen draufschreibt - könntest du ihn verklagen? Solltest du?

Und von Persönlichkeiten und Zeitungskommentaren und Onlinemeinungen abgesehen, das ist es, worauf dieser Fall hinauslaufen wird.

Hi Neil,

Wie du bin ich auch ein Fan von Harlan Ellison. Als Feministin macht mich jedoch seine Frauenfeindlichkeit richtig krank.

Ich frage mich, wie du es unter einen Hut bekommst, dass Ellison dein Freund iund ein großartiger Schriftsteller ist, udn dass er wirklich sexistisch sein kann. Ich bin besonders neugierig, weil du selbst zwei Töchter hast. (Und eine davon ist auf eine Frauenhochschule gegangen! Ich bin auch auf Mount Holyoke gegangen.) Was sagst du, wenn Ellison abwertende Bemerkungen über Frauen macht? Ich hoffe sehr, dass du mehr tust, als nicht drüber nachzudenken und es unter "Harlan ist Harlan" abhakst. Auch wenn er höllisch lustig ist, ist seine Einstellung wirklich schädlich. Außerdem ist es unter seinem Niveau, sich auf sexistische Witze zu verlassen, und ich verstehe echt nicht, warum er es macht.Ich mag es nicht, wenn er behauptet, er würde diese Art Humor nur in reklamierender Weise einsetzen. Er ist ein weißer Mann -- er kann Sexismus nicht für Frauen reklamieren.

Ich würde mich wirklich über eine Antwort freuen.

Alles Gute,

Emily Neal


Weißt du, in meiner Gegenwart hat Harlan über die Jahre einige erstaunlich abwertende Bemerkungen über Studiomitarbeiter, die Walt Disney Company, eine Menge Restaurants, die wir besucht haben, verschiedene osteuropäische Verleger, englisches Essen, die Engländer (mit der Ausnahme von mir und seiner Frau - zumindest manchmal), Redakteure, andere Verleger, einen männlichen SF Kritiker, Fernsehproduzenten, Fantagraphics, Freunde von mir und Filmproduzenten gemacht, die Liste lässt sich endlos fortsetzen. Wenn Harlan in meiner Gegenwart gemein über meine Freunde redet, erinnere ich ihn daran, dass sie meine Freunde sind und er ein Depp ist, und dann schaut er entweder verschämt aus der Wäsche oder erzählt mir, ich sei ein Idiot, weil ich zuviele Leute mag. Es gibt viele Leute, und viele Klassen von Leuten wie zum Beispiel Studio-Buchhalter, über die Harlan sehr unhöflich geredet hat. Ich kann mich nicht erinnern, das "Frauen" auch auf seiner Liste sind. (Ich erinnere mich, dass er mal sehr unhöflich über eine Studioleiterin geredet hat, aber weil sie Studioleiterin war, nicht weil sie weiblich war. ) Was bedeutet, dass dein Brief mich ziemlich verwirrt hat, weil du mich genauso gut hättest fragen können, wie ich seine Harlan Angriffe auf Farbige aushalte, oder auf Linkshänder, oder Jazzmusiker.

Was "Harlan ist Harlan" angeht, erinnert es mich daran, was der Produzent des Dokumentarfilms Dreams With Sharp Teeth Erik Nelson sagte, als ich ihm sagte, der Film sei nicht gut ausbalanciert und er sollte ein paar von Harlans Feinden interviewen. Er sagte: "Das hat Harlan auch gesagt. Ich sagte ihm: 'Harlan, du bist dir selbst der größte Feind.'."

...

Ab nach Australien am Samstag...

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