Montag, Februar 18, 2008

Alan Moore knows the Score (as of halftime, anyway),

Von Neil, Samstag, 16. Februar 2008, 11:56 Uhr

Alan Moore kennt die Musik (zumindest die erste Hälfte)

Die Enleitung für den The Annotated Dracula ist fertig und abgeliefert, wie auch die für The 13 Clocks. (Noch zu tun: eine Einleitung zu Cabells Jurgen und zu Hothouse von
Brian Aldiss, und das war es dann mit Einleitungen für eine lange Zeit.) In der Zwischenzeit stelle ich The Graveyard Book fertig. Ich denke, ich werde es heute oder morgen abschließen. Danach muss ich es noch überarbeiten, aber ich kann das Ende schon sehen.

Lieber Herr Neil,

In Ihrem letzten Eintrag sagten Sie:

...d
as fühlte sich dann so seltsam an, dass ich danach zu britischen Ausdrücken zurückgekehrt bin, da es in Großbritannien spielt. Den Rest bekommt der Lektor hin.

Warten Sie! Warten Sie! Warten Sie! Warten Sie! Der Rest muss nicht geändert werden. Es macht Spaß, britisches Englisch zu lesen. Amerikanische Gehirne brauchen die Übung, und wir müssen daran erinnert werden, dass wir nicht die einzigen englischsprechenden Leute auf der Welt sind. Britisches Englisch war zuerst da!


Ich habe verstanden, und eigentlich wollte ich auch nicht so aalglatt rüberkommen. In Wahrheit sind 90 Prozent der Lektorenänderungen Dinge, die für den Leser unsichtbar sind, und mehr unter "Verlegerstil" fallen. Ob du zum Beispiel einfache oder doppelte Anführungszeichen hast. In der amerikanischen Ausgabe wird ohne Zweifel colour ohne u geschrieben werden, und towards wird wahrscheinlich toward werden. Und ich bezweifle, dass es jemandem auffallen wird. Manchmal, wenn ich einen mitfühlenden Lektor habe, besuche ich ihn und kämpfe für spezifische britische Schreibweisen und Gebräuche, wenn die Handlung in Großbritannien spielt (vielleicht ist euch aufgefallen, dass es in der amerikanischen Ausgabe von Sternenwanderer grey und nicht gray heißt).

Im Großen und Ganzen vermute ich, dass The Graveyard Book ziemlich britisch bleiben wird, wenn es um das Vokabular geht - nichts so heftiges wie eine Titeländerung. Vielleicht werden sich die Wörter für Windel und Wiege ändern, und die Mülleimer werden wahrscheinlich auch amerikanisiert, but es ist wirklich ein Friedhof euf einem Hügel in einer alten englischen Stadt., und der "Fish and chip Shop" am Fuße des Hügels wird einer bleiben.

Normalerweise geht es auch nicht darum, die Intelligenz der Leser zu beleidigen. Bei Büchern wie Coraline oder The Graveyard Book, die von Schulkindern gelesen werden, geht es vor allem darum, es für ihre Lehrer einfacher zu machen, indem man ihnen nicht die anders geschriebenen Wörter vorsetzt. (Die kanadischen Kinder werden allerdings weiter nur irgendwie klarkommen und wahrscheinlich schlauerweise sowieso auf die französische Ausgabe warten.)

Hilfe! Ich brauche rechtlichen Rat bezüglich Eigentumsrechten bei Zusammenarbeiten, im Besonderen zwischen Künstler und Autor. Gibt es dafür eine vertrauenswürdige Online-Ressource, für kostenlosen Rat oder um einen Ratgeber zu finden? Danke.

-Kay

Nicht, dass ich wüsste, aber ich setze es mal hier hinein, falls irgendwer Vorschläge hat. (Das Scrivener's Error Blog auf http://scrivenerserror.blogspot.com/ ist sehr hilfreich und schlau. Aber es ist ein Blog.)

O.K Ich habe in vier amerikanischen Online-Wörterbüchern nachgeschlagen, und "pavement" (Anm.D.Ü.: Gehweg) scheint so ziemlich das Gleiche zu bedeuten wie in Großbritannien. Welche Definition meinst du?

Mach weiter so gute Arbeit!


Adam.



Aus http://www.answers.com/pavement&r=67

pave·ment (pāv'mənt) pronunciation
n.
    1. Eine harte glatte Oberfläche, vor allem von öffentlichen Plätzen oder Gelände, auf der man sich bewegen kann.
    2. Das Material, aus der diese Oberfläche besteht.
  1. Vor allem britisches Englisch. Ein Gehweg.
Ich meine Definition eins im Unterschied zu Definition zwei.



Dear Neil,

Ich bin nicht sicher, ob du von FAWM (Februar Album Schreib-Monat) gehört hast, aber es das musikalische Equivalent zu NaNoWriMo. Dieses Jahr haben über 1400 Leute versucht, 14 Lieder in 28 Tagen zu schreiben... nun ja, 14 1/2 in 29 Tagen, weil es ein Schaltjahr ist und so...

Ein MJ Hibbet hat einLied geschrieben, dass mich hat aufhören lassen, und ich dachte, du könntest es genießen, während du deine Schreibhand ausruhst und ein Tässchen trinkst. Es heißt "Alan Moore" und du findest es auf:

http://www.fawm.org/songs.php?id=78

Zufällig habe ich gestern auch ein kleines Stück geschrieben, dass "The Mouse Circus" genannt habe (http://www.fawm.org/songs.php?id=465) weil es das war, woran es mich erinnert hat. jemand hat mir dann erzählt, dass du Verbindungen zu Herrn Bobos Erstaunlichem Mouse Circus hast. Ich weiß nicht, ob es sich um den gleichen Circus handelt. Vielleicht haben wir verschieden besucht? Ich frage mich, wieviele es auf der Welt gibt.

Alles Gute

Peter

Und hier ist jetzt das Video des Alan Moore Lieds. (Alan meinte immer, es sei weise, einen Namen zu haben, der sich reimt. Wie er einmal sagte:
"'Alan Moore knows the score'. (Anm.d.Ü.: Alan Moore kennt die Musik.) Neil Gaiman... reimt sich nicht wirklich mit irgendwas, oder?")

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Samstag, Februar 16, 2008

permanently defiled

Von Neil, Freitag, 15. Februar 2008, 13:12 Uhr

Dauerhaft besudelt

Unzählige von euch schicken mir Nachrichten wie die hier

Ich bin sicher, du bekommst diesen Link über Alan Moore von vielen Leuten:

http://www.somethingpositive.net/sp02132008.shtml

Hat mich zum Lächeln gebracht!


Béatrice


Hat mich auch zum Lächeln gebracht.

Die Abstimmung über Das Kostenlose Buch endet morgen, aber die Endergebnisse sind, wie ich meine, schon jetzt absehbar, wenn man bedenkt, dass die jetzige Verteilung schon nach ein paar hundert Stimmen zu erkennen war und sich höchstens einen Prozentpunkt hier oder da verändert hat. Wie ihr hier sehen könnt haben wir fast 26.000 Stimmen, und die Verteilung hat sich nicht geändert. American Gods führt mit 28%, Niemalsland hat 21%, die drei Kurzgeschichtensammlungen machen zusammen 28% der Stimmen aus, gefolgt von Sternenwanderer mit 9%, und Anansi Boys und Coraline mit je 7%.

(Interessant, da Harper Collins Sternenwanderer genommen hätte, und ich wirklich nicht wusste, welches, aber erwartet hatte, dass Smoke and Mirrors sehr viele Stimmen bekommt.)

Ich genieße die vom Autor bevorzugte Version von Niemalsland auf meinem iPod. Es ist hier umgeben von britischen Wörtern und britischen Akzenten von verschiedenen BBC Podcasts (inklusive "the Archers"), so das jeder Amerikanismus sofort auffällt, so wie Richard Mayhews Gebrauch des Wortes "hooker". Dir ist Sprache zu bewusst, als dass das ein Fehler sein könnte, also was hast du dir dabei gedacht, Amerikanismen in einem Buch zu benutzen, das ansonsten so unheimlich britisch ist, und stolz darauf?

Du bist zu freundlich, aber ehrlich, nach 16 Jahren hier drüben ist, wie Sherlock Holmes einmal auf einen Verweis von Watson wegen des Gebrauchs von Amerikanismen geantwortet hat, "meine Quelle des Englischen dauerhaft besudelt."

Was Niemalsland angeht (was ich zu schreiben begonnen hatte, bevor ich je nach Amerika gekommen war): Ich vermute, die Wörter um die es geht sind entweder

a) benutzt worden, weil sie in London auch benutzt werden. Nimm zum Beispiel "hooker" (Anm.D.Ü.: Amerikanisch für "Nutte"). Ein schnelles Google der Guardian Webseite brachte die folgende Passage aus The Guardian zum Vorschein:

So ermutigt, haben die Medien anchgelegt. In der vergangenen Woche haben Reporter überall von "arbeitenden Mädchen" gesprochen - wenn sie die Frauen nicht einfach als "Mädchen", "lasterhafte Mädchen", "Nutten" wie in einem Artikel des Mirror ("Nutte Nr. 2 tot aufgefunden") oder "Flittchen" wie im Telegraph bezeichnet haben.

zusammen mit circa 3000 anderen Beispielen, wie "hooker" oder "hookers" von Schreibern des Guardian benutzt wurde, oft wenn sie über Rugby Spieler schrieben, oder über Leute namens Hooker, und der Rest, um (ausländische oder exotische) Prostituierte zu beschreiben. Das ist vielleicht ein Amerikanismus, aber er hat den Weg über den Atlantik gefunden.

oder manchmal ist es so, dass

b) zum Beispiel die Hörbuchversion von Niemalsland für Harper Collins von der amerikanischen Ausgabe des Buches gemacht wurde, was zu amerikanischen Begriffen führt. Wenn man die britische Ausgabe von Hodder Headline liest, während man die amerikanische hört, findet man das ein oder andere unterschiedliche Wort, und das sind vielleicht die Wörter, die dir aufgefallen sind.

(Merkwürdigerweise habe ich Kapitel eins von The Graveyard Book mit amerikanischen Begriffen geschrieben, da es zuerst von meinem amerikanischem Verleger gelesen werden würde, aber das fühlte sich dann so seltsam an, dass ich danach zu britischen Ausdrücken zurückgekehrt bin, da es in Großbritannien spielt. Den Rest bekommt der Lektor hin.)

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